VirtualBox versus VMware Player

Über mehrere  Wochen und Monate ausprobiert auf einem Intel Quadcore mit 3 GHz, 8 GB RAM auf Win7/64.

VMware Player

Gut

  • kost nix
  • extreme einfache, weil automatisierte Installation von Windows-OSsen
  • vergleichsweise stabile USB-Einbindung zum Host
  • DirectX 10 (Aero-Transparenz) für den Gast
  • eingebauter Disc-Compactor
  • zuverlässiges Cut & Paste zwischen Gast & Host
  • Cut & Paste von Dateien möglich
  • “Unity”-Mode – die aktuelle Gast-App läuft nahtlos im Host

Schlecht

  • keine “Pause”
  • Stabilitätsprobleme
  • größere Stabilitätsprobleme mit parallel laufenden Gästen
  • gelegentliche Grafikprobleme (Flackern, Zittern, you name it)
  • überhaupt keine Versionsverwaltung, noch nicht mal ein einfaches Freeze oder Undo

VirtualBox

Gut

  • kost nix
  • stabil auch mit mehreren Gästen, meist hatte ich Win XP, ein Vista, in Win 7 offen, gelegentlich auch ein Ubuntu dazu. Nie Probleme.
  • “Nahtloser” Modus – die aktuelle Gast-App läuft visuell gesehen nahtlos im Host

Schlecht

  • kein Assistent für Windows-Installationen
  • Suspend funktioniert nicht (bei mir jedenfalls)
  • Versionsverwaltung ohne Abzweigungen
  • instabile USB-Verbindung zum Host
  • kein eingebauter Disc-Compactor (manuell mit Kommandozeile, umständlich)
  • kein Cut & Paste von Dateien
  • kein nur bedingt “nahtloser Modus” – [Alt Tab] funktioniert nur jeweils im Host oder im Gast, nicht übergreifend wie bei VMware.

Fazit

Brüsk gesagt: Meine Hoffnung war, bei Gefallen VMware zu erwerben. Diese Hoffnung ist dahin, ich würde dafür sicher kein Geld ausgeben. VMware Player ist, wenn Sie mich fragen, zwar funktional stellenweise überlegen, vor allem wegen seiner Stabilität und der fehlenden Versionsverwaltung ein Fall für den Papierkorb, anschließend Rechtsklick und “Papierkorb leeren”, am besten mit Eraser, danach die Festplatte einschmelzen. Ich kann kaum beschreiben, welchen Nerv mich dieses Teil kostete, ja immer noch kostet.

Aber. Das “Unity”-Feature ist schon sehr wertvoll und nur bei VMware zu haben. Wozu braucht man “nahtlose” Integration? Ich zum Beispiel brauche sie, weil ich ständig mit [Alt Tab] zwischen Anwendungen umschalte, und nur im Unity-Modus geht das zwischen einer Gast-App und einer Host-App; beim Seamless Mode / nahtloser Modus geht das bei VirtualBox nicht. Das reißt es raus, jedenfalls für mich, ist aber sicher ein extremer Spezialwunsch.

Wer jedoch Unity-Support und Aero-Gefunkel nicht wirklich braucht, ist imho mit VirtualBox besser dran, vor allem beim Ausprobieren von Software mit anschließendem Undo. (Benchmarks halte ich bei VMs übrigens für Voodoo, die zwei Prozent hier besser als da sind mir schnurze, daher gibt’s auch keine.)

Und Virtual PC?

Für XP Mode ja, ansonsten: Nö. Weil VirtualBox und VMware Player Gasterweiterungen für Linux bieten, Microsoft bestimmt nicht.

Und Mac?

Auf dem Mac nehme ich Parallels (4.0) und hasse es. Aber nochmal 80 Schleifen für Fusion 3 ausgeben? Oder hoffen, dass der Upgrade-Preis (!) auf Parallels 5.0 sich lohnt? Argl. Falls jemand dazu einen Vergleich verfasst hat, gerne als Kommentar mit Link – das würde mich interessieren. Nachtrag: Auf Parallels 5.0 upgegradet. Ist tatsächlich besser (als 4.0), mit Windows 7 auch auf einem alten MacBook (Intel Core 2 Duo, 2.1 GHz, 4 GB) erträglich.

Andreas Winterer

Andreas Winterer ist Journalist, Buchautor und Blogger und beschäftigt sich seit 1992 mit Sicherheitsthemen. Auf unsicherheitsblog.de will er digitale Aufklärung zu Sicherheitsthemen bieten – auf dem Niveau 'normaler Nutzer' und ohne falsche Paranoia. Auf der Nachbarseite passwortbibel.de geht's um Passwörter. Bitte kaufen Sie eines seiner Bücher.

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9 Antworten

  1. Conceit sagt:

    Inzwischen bietet VirtualBox einen “Seamless mode”, der bei mir (Win7 Host mit Ubuntu 10.04 als Guest) auch ganz ordentlich funktioniert.

  2. Andreas sagt:

    Ah, danke!, hatte ich ganz vergessen (habs korrigiert), weil ich den nie nutze, weil er eben den einzigen Grund, warum ich “Unity” interessant finde, nämlich das nahtlose Umschalten mit [Alt Tab] zwischen Gast- und Host-Anwendungen, nicht unterstützt.

  3. Harald sagt:

    Danke für den Erfahrungsbericht. Ich habe die meisten Virtualisierer schon mal ausprobiert, ist aber zum Teil schon länger her.

    VMWare Player 2.03 läuft bei mir mit einem einzigen XP-Gast unter SLES 9 seit Jahren völlig stabil.

    Virtual PC 2004 war für mich die einzige Möglichkeit, eine vorhandene Installation von Windows 3.1 weiterzubetreiben. VMWare kam mit der Speicherverwaltung nicht klar, und Virtual Box und die anderen DOS-Emulatoren hatten zu dem Zeitpunkt keine bzw. keine funktionierende Unterstützung für serielle Schnittstellen.

    Andererseits scheint Virtual PC 2007 mit Intel Core Mobil-CPUs Probleme zu haben. Zumindestens Windows NT 4 als Gast hakte bei mir entsetzlich, weil die Speedstep-Funktion das Timing durcheinanderbringt.

    • Andreas sagt:

      Da mein Notebook ein MacBook ist, habe ich dort nur Parallels als Virtualisierer am laufen und finde es ganz okay, sieht man von ihrer Upgrade-Gier ab (ein Update kostet fast so viel wie eine Vollversion). Ansonsten muss ich auch heute noch sagen, dass mir Virtual PC einfach am liebsten ist, und wahrscheinlich ist das noch nicht mal sachlich begründbar…

  4. flo sagt:

    Schon mal VMware Workstation probiert?
    Die hat sämtliche Features inklusive “Pause” und Snapshots.
    Die Stabilitäts- und Grafikprobleme kann ich bei installierten VMware-Tools weder mit Windows XP(32bit) / 7(64bit) als Host noch mit Linux (Ubuntu, Gentoo) als Host nachvollziehen.

    Im Gegensatz dazu hatte ich mit Virtualbox (getestet im April 2010) nur Probleme und von VirtualPC und Hyper-Vieh will ich erst gar nicht reden…
    Ist eben die persönliche Frage ob man für “ordentliche” Virtualisierung was investieren will ;)

    P.S.: Ein weiteres Argument für VMware Workstation war unter anderen auch die problemlose Möglichkeit einer späteren Migraton auf einen ESX/vSphere-Server…

    • Andreas sagt:

      Nein, hab ich nicht probiert (doch, 2.0, ist aber schon etwas her… ;-). Weil ich ja VMware Player ausprobiert habe, davon ausgehend, das wär ne abgespeckte Demo. Und ja: Ich WILL in die “ordentliche Virtualisierung” was investieren; doch wenn mir schon die eingeschränkte Demoversion Bauchschmerzen bereitet, dann zögere ich verständlicherweise, mein Portemonnaie zu öffnen…

  5. flo sagt:

    Verständlich, aber dafür gibt es ja so tolle downloadportale, ohne jetzt irgendwelche namen nennen zu wollen, wo man sich einfach mal eine funktionable vollversion holen kann und auf herz und nieren testen.
    Bei gefallen kann man dann ja immernoch eine lizenz des herstellers kaufen, um auch in den Genuss von Updates usw. zu kommen…
    Ich habe beruflich relativ viel mit ESX(i) bzw. vSphere-Servern zu tun und im produktiven Umfeld kann imho kein anderer Anbieter mit vmware mithalten, da lag es bei mir nur nahe, die workstation zu verwenden ;)
    Riskier einfach mal wieder einen blick auf eine aktuelle Version – es gibt sogar eine 30-tage-testlizenz kostenlos…

    p.s.: der “player” macht nur das was sein name verspricht, er führt virtuelle maschinen aus, aber das wars auch schon…

    • Andreas sagt:

      Ja, ne, ich habe, auch wenn mir das niemand glauben wird, nur legale Software (oder kostenlose Alternativen) im Einsatz und mag ehrlich gesagt auch 30-Tage-Versionen nicht, denn es kommt dann immer mal der Tag, wo man eine Testversion einsetzen MUSS, und dann heißt es “Ne, Du hast schon mal vor drei Jahren”, denn damals hatte man dann garantiert vergessen, hinterher das Image-Backup rückzuspielen… Murphys Law.

      Aber ich werde Dir, in der Hoffnung, dass Du kein verkappter VMware-Vertreter bist, mal glauben und es bei nächster Gelegenheit ausprobieren. ;-)

  6. Thomas sagt:

    Sali Andreas

    schau Dir doch mal das Produkt von NxTop http://www.nxtop.de/index.php/nxtop an. Wir finde es genial und haben es bei einigen Kunden im Einsatz.

    Gruss Thomas