Bilder vom SOPA-Blackout

…denn die meisten Sites sah man nur dann mit ████████, wenn man über internationale Server surfte.

Amazon: eher mickriger Protest

Boing Boing: Error 503

Facebook-Klon diaspora: im Streik (hätten Sie es bemerkt?

Google: Hüter unserer Datenfreiheit...

icanhascheezburger.com - was täten wir nur, wenn die nicht mehr dürften?

Mein Favourit: WordPress im Zensur-Look

Natürlich auch ganz nett: Wired im Zensur-Look

Die Grünen sind adabei: Trittbrettfahrer der Piraten

…jetzt aber zu was Unterhaltsameren:

Andreas Winterer

Andreas Winterer ist Journalist, Buchautor und Blogger und beschäftigt sich seit 1992 mit Sicherheitsthemen. Auf unsicherheitsblog.de will er digitale Aufklärung zu Sicherheitsthemen bieten – auf dem Niveau 'normaler Nutzer' und ohne falsche Paranoia. Auf der Nachbarseite passwortbibel.de geht's um Passwörter. Bitte kaufen Sie eines seiner Bücher.

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8 Antworten

  1. Jörg sagt:

    Ouu. Das ist ja mal … Nein, das einen Sturm im Wasserglas zu nennen wäre zu heftig. Das ist in letzter Konsequenz weniger.
    Da werden Zähne gezeigt, von denen man weiß, dass sie sowieso nicht zubeißen werden.
    Denn niemand von denen würde (würde? wird!) auf sein Geschäft in den USA verzichten, wenn die Regierung das durchsetzt.
    So erinnert mich das ganze auch eher an den Film “Jumping Jack Flash” mit “Woopy Goldberg” wo sie sich selber eine Pistole in den Mund steckt und sagt: “bleibt stehen, ich habe eine Geisel”!

    • Andreas sagt:

      Hehe, ja, schöne Szene.

      Indes geht es aber nicht darum, dass Google und Reddit und andere Anbieter, die vor allem von den unbezahlten Inhalten anderer Leute leben, androhen würden, künftig ihre schon jetzt teil-illegalen Dienstleistungen nicht mehr anzubieten. So schaffen damit nur Aufmerksamkeit und mobilisieren in den USA Wähler gegen Volksvertreter, was dort schon noch einen ganz anderen Stellenwert hat als bei uns: 100 US-Senatoren kann man gerade noch so kennen, unsere in D allein über 600 Mitglieder des Bundestages (plus Ländertage … was ein Wahnsinn!) sind im Vergleich geradezu anonym und noch dazu zwangsläufig zu 90% Hinterbänkler).

      Und es scheint in den USA ja auch zu klappen – gottseidank, denn auch, wenn die Aktion in meinen Augen vor allem wegen der Akteure höchst fragwürdig ist, so ist das zu stoppende Gesetz ziemlich eindeutig eine Schnapsidee. Aber wir werden in der EU ja ähnliches noch sehen, siehe ACTA

  2. Jörg sagt:

    Nun, aber was soll die Aktion denn nun bewirken? Vielleicht habe ich dein Posting nicht verstanden, jedoch wie soll die Konsequenz aussehen, wenn das Gesetz doch “online” geht?
    In der Kindererziehung reicht es nicht aus nur zu sagen, dass man etwas nicht mag. Man muss auch ganz klar Grenzen definieren und diese dann mit einer Ansage vorab ankündigen. Und zum Schluß muss man dann auch noch konsequent (konsequent, nicht hart!) durchsetzen.

    Im Gegensatz zu Politikern mag ich Kinder jedoch, da ich dort immer die Hoffnung habe, dass es besser werden kann.

  3. Andreas sagt:

    Die Aktion sollte bewirken, dass eine hinreichend große Zahl von US-Senatoren das Gefühl bekommen, dass sie 1. keine Ahnung haben – siehe http://www.thedailyshow.com/watch/wed-january-18-2012/ko-computer -, worauf sie sich einlassen und daher 2. hier auf dem falschen Dampfer sind und unter Umständen ein Gesetz verabschieden, dass mehr schadet als es nützt, und 3. wenn sie das tun, sie ihren Job los sind, weil der aufgehetzte Wähler sie abwählen wird.

    Dieses Ziel wurde erreicht, der Gesetzentwurf ist erst mal vom Tisch.

    Was hätten die protestierenden, ach so armen multinationalen Konzerne gemacht, wenn es anders gekommen wäre? Natürlich hätten sie weiter gemacht wie vorher, nur eben mit geänderter Gesetzeslage und größerer Rechtsabteilung. So wie auch bei einem Industriestreik entweder irgendwann ein Teil der Forderung (“0.4 Prozent mehr Lohn”) durchgesetzt wird – oder eben gar nichts und die Streikenden dann irgendwann aufhören zu streiken. Auch wenn das natürlich nicht direkt vergleichbar ist.

    Keine Frage, dass diese Einflussnahme höchst problematisch ist.

  4. MartinP sagt:

    Inwiefern lebt Google “von den unbezahlten Inhalten anderer Leute”? Welche “teil-illegalen Dienstleistungen” bietet Google an?

    • Andreas sagt:

      Bezahlt Google die Leute, die Videos auf YouTube einstellen? Bezahlt Google andere Leute, deren Content es direkt oder indirekt verwendet?

      Musste Google Änderungen an seinem Geschäftsgebahren vornehmen, weil dieses mit geltenden Gesetzen in Konflikt gerieten (StreetView, WLAN-Mitschnitte, Datenerfassung, …)? Hat Google bei Büchern ohne vorherige Zustimmung der Rechteinhaber massenweise scannend zugelangt? Ergibt sich daraus nicht irgendwie das Bild, dass Googles Dienstleistungen nicht immer vollkommen legal, ergo teil-illegal zustande gekommen sind? Der oberste Datenschützer Deutschlands sowie das Bundesverbraucherschutzministerium, die EU-Kommission, die US-Kartellbehörde FTC und das US-Justizministerium gehören zu denen, die sich dieses Eindrucks wohl nicht völlig erwehren konnten.

      Damit wir uns richtig verstehen: Ich habe damit kein Problem und bin begeisterter, glücklicher Google-&-Android-Nutzer.

  5. MartinP sagt:

    Damit wir uns richtig verstehen: Ich wollte es einfach nur etwas genauer wissen. ;-)

    Es war wohl nicht ganz ernst gemeint, aber du hast Google letztlich vorgeworfen, vor allem davon zu leben, (Urheber-)Rechte zu verletzen. Und zwischen “Google bietet teil-illegale Dienstleistungen an” und “Google bietet einige Dienstleistungen an, die nicht vollständig legal sind” besteht schon ein Unterschied mMn.

    Außerdem bringst du unbezahlte Inhalte und Teil-Illegalität in einen unzutreffenden Zusammenhang. Warum zum Beispiel nennst du Youtube? Natürlich zahlt Google den Uploadern nichts für die Videos. Umgekehrt zahlen auch die Uploader nichts an Google für das Hosting, und manche verdienen durchaus daran. Auf Urheberrechtsverletzungen reagiert Youtube umgehend.

    Mit Books und StreetView hast du teilweise Recht. Daran musste ich auch denken.

    Was allerdings die staatlichen Datenschützer in Deutschland betrifft, so habe ich zunehmend den Eindruck, dass deren Hauptaufgabe darin besteht, von den Verfehlungen deutscher Behörden abzulenken. Stattdessen werden die bösen, imperialistischen US-Unternehmen angeprangert.

    • Andreas sagt:

      Ich habe gar nichts vorgeworfen, sondern konstatiert; und ich habe auch nicht behauptet, das Google davon leben würde, Urheber-Rechte zu verletzen, sondern dass es “vor allem von den unbezahlten Inhalten anderer Leute” lebt. Das liegt im Wesen einer Suchmaschine. (Und ist bei Blog-Hosternnicht anders.) Ich werfe das nicht vor, sonder ich stelle es fest, weil es meines Erachtens bei der Frage nach den Motiven für die Teilnahme an den Protesten doch erhellend ist.

      Ich bringe unbezahlte Inhalte und Teil-Illegalität in einen Zusammenhang, weil er immer wieder existiert. Nicht umsonst klagte eine Künstlerin gegen die Bildersuche (und verlor übrigens), weil sie ihre Bildrechte verletzt sah. Das Argument war (glaube ich), und meines Erachtens zu recht, dass es ja Thumbnails sind, sie soll sich nicht so haben (ist bei News-Header, Zitaten ja auch so, nur bei Samples stellt man sich wieder an).
      Weiteres Argument war, das fand ich nun eher nicht richtig, dass sie ja Google hätte per .htaccess ausperren können. Aha. Wie auch bei StreetView und übrigens auch per personalisierter Werbung über Tracking Cookies (ja, harmlos) hat man die Chance, sich hinterher oder per “Opt-Out” zu wehren; warum aber immer erst hinterher? Da sind die Daten doch schon entstanden, und wie man bei Facebook ja weiss, verschwinden sie nicht immer, wenn man sie “löscht”. Das ist wie beim Spam, der Dich erst mal mit Newsletterquatsch zumüllt (oder gar, seit Jahren mode, bei neuen Plattformen einfach anmeldet und Dir “Dein neues Passwort” zuschickt) und Dir jedesmal nett sagt, das sei kein Spam, Du könntest ja Dich abmelden hier auf diesem schönen Webformular… Nein! Ich habe mich nicht angemeldet, ergo melde ich mich auch nicht ab. Das wäre ja noch schöner, dass man demnächst die Klingetonabos als “Opt-out” kriegt oder NPD und Die Linke einen ungefragt ihren Mitgliederbrief snailmailen und man plötzlich unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht. Nein! “Informelle Selbstbestimmung” ist dazu gedacht, genau das zu verhindern: Das einen die Stasi als IM führt, obwohl man keiner war.

      Als Beispiel sei hier auch nochmal auf Google Books verwiesen. Wie bei WLAN-Daten, Inhalten, und so weiter, ist das Schema: Erst anektieren, dann sich verklagen lassen. Und ja, YouTube mag auf Urheberrechtsverletzungen schnell reagieren (kommt sicher drauf an, von wem sie kommen), aber es sind doch trotzdem zahlreiche Filme dort illegal, solange sie keiner meldet. Das ist, als gehe ich als blinder Passagier an Bord eines Kreuzfahrtschiffes und behaupte, es wäre legal, solange mich niemand findet. Ist es aber nicht. “Man darf sich halt bloß nicht erwischen lassen” mag als väterlicher Rat in Ordnung gehen, als Vorlage für Rechtsstaatlichkeit finde ich persönlich es problematisch. Mich stört daran auch weniger, das Leute Filme kostenlos sehen – das sehe ich als völlig harmlos an (und der deutsche Abmahnmahn hat seinen Ursprung nicht im Urheberrecht, sondern im Abmahnwesen, das sich auch für andere DInge missbrauchen lässt, siehe Impressum). Mich stört, wenn man daran verdient, dass man die illegale Nutzung seiner Plattform in Kauf nimmt. YouTube tut es vielleicht zähneknirschend, aber Megaupload feixt sich doch eins.

      Ich selbst habe (mehr aus Neugier) ein DCMA-Complaint gegen eine Blogger.com-Seite eingericht und fand mich in der absurden Position, dass ICH nachweisen sollte, dass der Verbreiter der Inhalte nicht die Verbreitungsrechte hatte (absurdeweise per Link, dabei existierte das Original als nur in Print, ein PDF einreichen konnte man nicht). Der Verbreiter musste seine Urheberschaft nicht nachweisen, ich, der Urheber, schon. Ich darf das schon ein bisschen asymmetrisch finden, oder?

      Was die staatlichen Datenschützer in Deutschland angeht: Ja, von denen halte ich auch nicht viel. Demonstrativ bei Facebook austreten, aber Vorratsdatenspeicherung betreiben und blödsinnige Seitensperrungen einführen, das ist alles ziemlich erbämlich. Peter Schaar müsste täglich den Innenminister attackieren, dann könnte man ihn ernster nehmen.