Windows 8

Eine Antwort ist, dass ich es in virtuellen Maschinen ausprobiert habe und keinerlei Grund sehe, es zu verwenden. Sinnvoll erscheint es mir höchstens auf Tablet-PCs, und ich habe bereits ein Android-Tablet und ein iPad. Zugleich sind mir bereits derart viele kleine Störfaktoren untergekommen, dass ich es, wie Vista, wohl überspringen werde, solange mir kein Windows-8-RT-Tablet ins Haus schneit.

Einige Beispiele für die Dinge, die einen bei Win 8 wahnsinnig machen, zeigt das folgende Video (englisch). Der Herr regt sich vielleicht etwas too much auf, aber einige Dinge treffen durchaus den Kern.

Das heisst nicht, dass man sich nicht ein Windows-8-Notebook kaufen kann. Aber wer mit Windows 7 glücklich ist, sollte warten, bis triftige Argumente auftauchen, wegen der man Windows 8 *braucht*. Derzeit gibt es keine. Das möchte ich übrigens ausdrücklich nicht als Microsoft-Bashing verstanden wissen: Auch der Mac wird derzeit immer schlechter, weil man in Cupertino verzweifelt versucht, ihm iPad-Features aufzupressen; und Unity auf Ubuntu war für mich ein Grund, auf Mint umzusteigen.

Andreas Winterer

Andreas Winterer ist Journalist, Buchautor und Blogger und beschäftigt sich seit 1992 mit Sicherheitsthemen. Auf unsicherheitsblog.de will er digitale Aufklärung zu Sicherheitsthemen bieten – auf dem Niveau 'normaler Nutzer' und ohne falsche Paranoia. Auf der Nachbarseite passwortbibel.de geht's um Passwörter. Bitte kaufen Sie eines seiner Bücher.

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8 Antworten

  1. Jörg sagt:

    Nun, da ich mich beruflich mit Computern beschäftige, war Windows 8 mehr eine Notwendigkeit als ein Verlangen.
    Doch wie damals Office 2007 mit den Ribbons auch – wenn man sich erst einmal vorurteilsfrei damit beschäftigt, der kann auch sehr schnell die Vorteile erkennen und nutzen. Auf die Ribbons möchte ich nicht mehr verzichten und auf Windows 8 eigentlich auch nicht.
    Einige kleine Hürden müssen überwunden werden, so z. B. Treiber für ältere Geräte. Doch da laufen teilweise sogar die 64bit Vista Treiber noch unter Win8 64bit!
    Ich habe keinen Touchscreen, dafür habe ich jetzt ein DELL Touchpad und eine Logitech Touchmaus. Ich benutze nicht das ein oder andere, ich benutze beides, je nachdem was mir gerade den besten Nutzen bietet für die Sache, die ich erledigen möchte.
    Und genauso geht es auch mit den Programmen. Ich bin zufrieden. Und wenn ich mal an meine User in der Firma denke, sie würden es auch sein (bzw. sind es). Denn z. B. das Startmenü: es ist wirklich kaum benutzt worden. Wie viele User riefen mich an, weil “das Programm, was ich ihnen installieren sollte nicht installiert wurde”. Doch, wurde es. Doch es war nicht auf dem Desktop zu finden. Und “Start > Programme” (unglaublich, aber war), nutzen viele User nicht. Sie erinnern sich, wenn ich sie darauf hinweise, aber nutzen: nein! Da kommt doch der Start-Screen anstatt des Startmenüs schon weitaus näher dran. Auch bei den Apps (z. B. Internet Explorer): die meisten Funktionen, die die User nicht brauchen sind ausgeblendet, bzw. nicht vorhanden. Wer hat denn zuletzt wirklich mal unter “Extras > Optionen > Löschen” die Objekte der ActiveX Filterung entfernt? Wohl niemand. Also weg damit aus der App. Wer es braucht kommt immer noch über das Desktop-Programm dran.
    So gibt es viele Beispiele, bei denen ich finde, dass Microsoft Windows 8 besser gemacht hat, weil ich mich auch darauf eingelassen und beschäftigt habe.
    Jedoch ist sicherlich nicht alles besser für mich. Aber eben für mich. Und ich kann nicht erwarten, dass ein OS genau auf meine Belange zugeschnitten ist. Genauso wie ein Freund von mir damals bei VLC beklagte: wieso haben sie diese Funktion rausgenommen, ICH habe sie doch gebraucht! Wahrscheinlich waren es aber mehr, die diese Funktion gestört hat, also raus damit. Demokratie, die Mehrheit entscheidet. Und Windows 8 ist nach diesen Prinzipien gemacht worden.
    Doch der Mensch ist ein Gewohnheitstier und so würden die meisten noch mit Windows 3.1 arbeiten, denn “das lief doch auch” und es gab – wie jetzt bei Windows 8 – eigentlich keinen Grund zu wechseln?
    Jedem seine Meinung, außerdem ist niemand gezwungen mit Windows 8 zu arbeiten. Ich habe inzwischen auf dem Laptop und dem PC Windows 8 und bin sehr zufrieden und teile nicht die Meinung des Videos.

    • Andreas sagt:

      Eine ganz wunderbare Entgegnung!

      Und Du hast natürlich recht: Wir sind Gewohnheitstiere. Jedesmal, wenn eine Änderung kommt, frage ich mich, wozu sie gut war. WordPress hat seine Mediathek umgestellt, es macht mich wahnsinnig. Aber bei vielen Änderungen habe ich doch das Gefühl, dass sie nur um der Änderung Willen durchgeführt wurden. Metro ist “flach” und ohne Transparenz, weil halt vorher unbedingt alles 3D und voller Transparenz sein musste, und in drei Jahren wird wieder alles 3D sein.

      Ribbons: ja; dass niemand die Startleiste nutzt, sondern alle nur die Icons, mit denen sie sich den Desktop zumüllen, mag auch sein – ich hingegen verwende keine Icons auf dem Deskop, zu 70% die Startleiste und für den Rest das Suchfeld: [Windows-Taste] plus “Skype” eingeben – ich finde, Windows 7 war so toll, weil es was von DOS hatte.

      Ich habe übrigens, genau dieses Wochenende, doch damit geliebäugelt, auf Windows 8 umzustellen. Vielleicht dieses eine Notebook dort, oder doch gleich PC hier, man will ja mit der Zeit gehen. Aber der Umstand, dass ich zusätzlich zur Tastatur und zur von mir ohnehin ungeliebten Maus nun auch noch ein Touchpad am PC anbringen müsste, um den Vorteil zu haben, etwa mit Wischgesten zwischen Apps umschalten zu können, was mit [Alt Tab] genauso ginge, läßt mich doch schon wieder zurückzucken…

      Dass Windows 8 nach dem Prinzip “Demokratie” gemacht wurde, darf übrigens bezweifelt werden… ;-)

      Als Fazit bleibt wohl zu sagen: Man kann Windows 8 auch glücklich sein.

  2. Jörg sagt:

    Das mit dem 3D Effekt empfinde ich auch so. Vor allem ist die “flat” Anzeige nicht wirklich effektiver zu erkennen (meiner Meinung nach als Test Office 2010 / 2013).

    Startleiste und Suchfeldfunktion haben sich diesbezüglich nicht geändert: Windows-Taste drücken und sofort anfangen mit dem Schreiben des Programmnamens, das man sucht.

    Persönlich habe ich mim Übrigen Tastatur + Maus + Touchpad in Benutzung, ich nehme immer das jeweils für die Aufgabe praktischste Gerät oder eine Kombination aus allem. Zu allem Überfluss: die Maus ist eine Touchmaus, die kann auch noch Gestensteuerung!

    • Andreas sagt:

      Der helle Wahnsinn. Nun, in 5 Jahren werden wir wohl alle über die Maus wischen und uns fragen, wie wir jemals ohne auskamen …

      Man muß da schon unterscheiden, was allgemein sinnvoll ist und was für einen selbst sinnvoll ist. Ich habe jahrelang (!) versucht, auf einen Mac und auf Ubuntu umzusteigen, teils aus Sicherheitsgründen, teils weil mir vieles dort durchdachter erscheint und ich Gimmicks wie virtuelle Desktops gerne nutze (aber nur, wenn sie zum System selbst gehören). Auch kommt mir zum Beispiel auf dem Mac die Lage der Cmd-Taste für viele Alltagsaufgaben näher als die Position der Strg-Taste bei Windows, wo mir jahrelang der Daumen wehtat, weil ich ihn dafür verwendete – interessanterweise haben mich erst Ballerspiele trainiert, doch den kleinen Finger zu nehmen, weil ich den Daumen für die Jump-Spacetaste brauchte…

      Allerdings war ich auf dem Mac und auch auf Linux stets etwas unproduktiver, irgendwie, und ich könnte gar keine Ursache nennen; einfach weil dieses oder jenes irgendwie gar nicht oder anders ging und es mich lähmte, etwa das fehlende Alt+Tab, das für mich ganz wichtig ist. Oder das @-Zeichen. Anders Markierungs- oder Cut&Paste-Verhalten. Und genau dies ging mir halt in meiner kurzen Zeit Windows 8 auch so, wie bei Vista. Erst bei Windows 7 konnte ichs wieder aushalten, ganz im Gegenteil: 2 Bluescreens seit 2009, keine einzige Neuinstallation, darüber kann man im Vergleich zu früher echt nicht klagen.

      Jedenfalls: dass ich mit [Windows] nach wie vor Programme starten kann, rückt Windows 8 sogar wieder in die zeitnahe Wahl… bis zum 30. Januar gilt ja noch das günstige 30-Euro-Update.
      http://windows.microsoft.com/de-DE/windows/home

  3. Jörg sagt:

    Darüber hinaus – wenn man mit dem Startscreen an Stelle des Startmenüs sich nicht befreunden kann – gibt es ja einigt Tools, die wieder ein Startmenü erstellen.
    Aber selbst Windows stellt ja eine Möglichkeit zu einer Art Startmenü zu Verfügung: rechte Maustaste auf die Taskleiste und dann eine neue, benutzerdefinierte Symbolleiste einrichten, in die man dann alle Programme packt, die man verwenden möchte. Dann hat man wieder so etwas wie ein Startmenü, nur diese befindet sich dann rechts auf der Taskleiste, nicht links.

  4. Kirnbichler sagt:

    > Startleiste und Suchfeldfunktion haben sich diesbezüglich
    > nicht geändert: Windows-Taste drücken …

    Also ist Window 8 ohne “Windows”-Taste unbenutzbar. Windows 7 ließ sich noch gut mit der klassischen IBM MF-II-Tastatur verwenden, die diesen Schnickschnack nicht hat. Soll ich die jetzt wegwerfen?

    > das fehlende Alt+Tab

    Das hat OS X doch genauso wie Windows, was fehlt Dir da? Statt der Alt-Taste musst Du allerdings die Cmd-Taste verwenden, die mit dem Propeller und früher Apfel drauf.

    Das ist auch bei Copy&Paste so: Die gleichen Tastenkürzel, nur statt Alt-irgendwas halt Cmd-Irgendwas.

    Ja, man muss sich an die geänderte Tastaturbelegung gewöhnen. Erscheint einem zunächst auch blöd, daß die anders ist als unter Windows, aber wenn man sie sich genauer ansieht, merkt man, daß sie auch vollständiger ist, da praktisch jede Taste noch Sonderzeichen ausspucken kann (was wiederum auch erklärt, warum diese Sonderzeichen nicht auf der Tastatur mit aufgedruckt sind, das sähe aus wie ein japanisches Tamagotchi). Gut, warum man den  tippen können muss, wird nur his Steveness wissen, aber dafür kann man auch sowas Ω tippen, ohne sich verrenken zu müssen.

    • Andreas sagt:

      Nein, da wird einfach der Task gewechselt, aber ich habe stets so viele offen, dass ich eine Auswahl sehen will, in der ich mit der Maus schnell anklicken kann, was ich brauche.

  5. Jörg sagt:

    Wenn das Problem mit Windows 8 die “klassische IBM MF-II-Tastatur” ist, wage ich mal zu behaupten, dass das Problem in Wirklichkeit woanders liegt und nicht in der liebgewonnenen Tastatur die man durch eine neue ersetzen muss.
    Denn genauso wie man sich an die geänderte Tastaturbelegung einer Mac-Tastatur gewöhnen kann, genauso kann man sich nach ein paar Jahren auch mal eine Tastatur mit einer “Windows” Taste kaufen, wenn sich dadurch das System schneller und besser bedienen lassen kann. Denn im Vergleich zu einem kompletten Computer (egal ob PC oder Mac) sollte eine neue Tastatur im Preis verblassen. Aber wie schon gesagt: ich denke, es ist nicht wirklich die Tastatur …