Twitter-Link-Spams: Wer ist Justin Bieber und warum (ver)folgt er mir nicht?

Es beginnt damit, dass wahnsinnig viele Leute twittern, dass man mit einem geheimen Trick dafür sorgen könnte, dass Justin Bieber zum Follower wird:

Spammer twittern für Justin Bieber

(Ähnliche Suchen fördern andere Spams zutage, etwa “follow u” tc.o oder here is the secret to get oder secret t.co.)

Das würde wohl niemanden jucken, würde man nicht direkt adressiert – durch das @. Es sind also nur einige Spammer (oder gekaperte Acounts), die gezielt möglichst viele Twitter-User “erwähnen” und so in deren Stream auftauchen:

Twitter-Spammer für Justin Bieber

Wer sich einen dieser Geheimtipps per Klick auf den vertrauenswürdigen t.co-Link antut, landet auf dieser kongenial designten Website:

Justin Bieber will uns allen folgen. Wichtig.

Gibts auch in anderen Geschmacksrichtungen, falls man nicht auf Lustknaben abfährt:

Auch Lady Gaga will uns bei Twitter folgen. Brauch ich unbedingt.

Bei diesem IQ Challenge Quiz möchte man offenbar dringend mitmachen. Das launcht dann so eine Seite*:

Endlich Gewinner! (Und alles von Apple!)

Ja, das knallt rein. “Kommense näher kommense ran, hier wernse genauso beschissen wie nebenan.“, pflegte meine Oma zu sagen. Bei so verdammt heißer Ware – alles von Apple! Was hat diese Marke nur an sich, dass jeder sie haben will? – kann ich mich kaum entscheiden. Aber klar, das transparente iPhone 5, das muss sein.

Hotter gehts kaum: das iPhone 5 gibts obendrauf!

Ja, und wer hier richtig rät und für die Teilnahme seine Handy-Nummer angibt, zieht sich ein lässiges Abo für 4,99 die Woche. Gosh. Haben, haben!

(Ich gebe zu, dass ich wirklich gerne wüsste, wie hoch die Teilnehmer- und Umsatzzahlen dieses Geschäftsmodells sind…)

Wer übrigens mir folgen will: @andreaswinterer (fade, persönliche Äußerungen) und @scareware_de (spannende, hippe Sicherheitshinweise).

* Nicht immer kommt diese Seite, gelegentlich auch ganz harmlose Webseiten zum Beispiel mit legalen Downloads, die wahrscheinlich per Klick Provi zahlen und gar nicht wissen, wo die Klicks herkommen (eh wurst, hauptsache Klicks). Wo man landet, wird also durchrotiert. Daher ist anzunehmen, dass die Spammer nicht direkt mit den Abofallen kooperieren, sondern die Abofallen ganz normale Kunden bei den Twitter-Link-Spammern sind, denen es wiederum egal ist, wessen MIst sie anpreisen. Auch die Preise variieren, hier kostet es zum Beispiel nur 1,99 und es ist tatsächlich “kein Abonnement”:

iPhones muß man einfach haben, und natürlich weiss jeder, dass das nächste iPhone JesusPhone heißen wird, wie Eingeweihte es schon seit 2007 nennen...

Andreas Winterer

Andreas Winterer ist Journalist, Buchautor und Blogger und beschäftigt sich seit 1992 mit Sicherheitsthemen. Auf unsicherheitsblog.de will er digitale Aufklärung zu Sicherheitsthemen bieten – auf dem Niveau 'normaler Nutzer' und ohne falsche Paranoia. Auf der Nachbarseite passwortbibel.de geht's um Passwörter. Bitte kaufen Sie eines seiner Bücher.

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2 Antworten

  1. Jörg sagt:

    Also, lassen wir das Thema mit dem Justin mal beiseite, da kann ich mir jetzt nur mein eigenes Grab schaufeln.
    Aber selbst ich (als betrieblich anerkannter Apfelgegner) muss sagen, dass mit dem iPhönchen hat schon was.
    Und damit meine ich nicht den 500€ Gutschein, mit dem man sich das Dingens als erster mit kaufen können soll (muss man da dann eigentlich noch drauflegen oder reichen 500 Euronen? warum dann nicht direkt das Dingen verschenken?).
    Nein, aber das Teil ist ja so gut wie durchsichtig! Coole Sache!
    Durchsichtiger Akku, durchsichtige CPU, durchsichtige Widerstände, Leiterbahnen, Lautsprecher …
    Na, gut. Alles was man gerade nicht in durchsichtig kaufen konnte ist dann oben und unten ganz klein im schwarzen Bereich untergebracht.
    Wird sicherlich beim Arbeiten ein bißchen schwer, wenn man dauernd seine eigene Hand oder was auch immer als Kontrastpunkt sieht, hat aber beim Fotografieren klare Vorteile.
    Nur eines darf man dann nicht mehr machen: das Teil irgendwo hinlegen. Weil, das findet man dann ja nicht mehr wieder …
    Jemand sollte Steve dieses Dingen mal zeigen. Könnte ihn auf Ideen bringen …

    • Andreas sagt:

      Ich bin sicher, wenn die das schon bauen könnten, würden sie es tun.

      Die durchsichtigen Displays sind ja schon auf dem Weg, also: Als “Gadget-Phone” ohne echte Smartphone-Funktion könnte man das sicher wie gesehen sicher schon demnächst realisieren. Vielleicht nur als Zwischenschritt, in dem man noch ein paar Leiterbahnen sieht. Aber das ist ja auch nicht uncool, so mancher Modder gibt sich damit viel Mühe (und ich glaube neulich irgendwie externe Festplatten mit transparentem Gehäuse gesehen zu haben).