Wollen Sie Money Mule werden?

Money Mules sind Menschen wie Sie und ich, mit dem Unterschied, dass sie als “Nebenverdienst” ein paar Überweisungen die Woche vornehmen.

Diese Esel – sie wissen in der Regel nicht, dass diese Überweisungen kriminellen Hintergrund haben, meist Online-Bankraub: Von “irgendwoher” (dem Opfer) kommen (geraubte) Gelder auf ihr Konto, diese überweisen sie “irgendwoanders” hin – in der Regel zu Internet-Kriminellen im Ausland oder zu einem weiteren Esel als Spuren verschleiernde Zwischenstation.

Wenn Sie je eine Spam-Mail erhalten haben wie die folgende, dann hat man auch Sie einmal eingeladen, “Money Mule” zu werden.

Money-Mule-Spam

Typische Spam-Mail zur "Money Mule"-Anwerbung

Typische Merkmale von Money-Mule-Spams:

  • Man bietet Ihnen einen Nebenjob an. Als ob Jobsuche so einfach wäre… in der Realität müssen stets SIE sich in Bewegung setzen und bewerben. Wer Ihnen ohne Aufforderung etwas Gutes tun will, will das in der Regel nicht wirklich.
  • Meist schreiben Sie Frauen an (weil Sie wahrscheinlich ein Mann sind), meist haben sie Freemail-Adressen.
  • Die E-Mail-Adresse im Absender-Teil der Mail ist eine andere als die in der Mail genannte. Meist stimmen auch die Namen nicht überein (eigentlich doof von den Kriminellen).

Wer jetzt – und vor allem angesichts der Krise – meint, es lohne sich, Money Mule zu werden – nach dem Motto: “lieber kriminell satt abräumen als mit ALG arm bleiben” – der irrt: Denn hier geht es aus Gründen der Unauffälligkeit um Kleinbeträge < 10.000 Euro, und auch diese werden pro Geldesel nur über eine begrenzte Zeitspanne überweisen. Kurz: Für’s Absahnen & Auswandern nicht genug.

Allzu viele oder allzu hohe Transaktionen könnten bei Banken irgendwann auch dort die Alarmglocken klingeln lassen, denn natürlich besitzen auch Banken längst System, die automatisiert verdächtiges Verhalten erkennen (Anti-Fraud-Systeme) sollen. Und irgendwann, und zwar ganz sicher, fällt dem Opfer auf, dass Geld fehlt. Die Spuren führen erst Mal zum Money Mule, dem Geldesel.

Also Vorsicht: Bloß nicht mitmachen, Sie werden garantiert in kriminelle Handlungen verstrickt.
Also lieber einfach ignorieren und löschen.

Andreas Winterer

Andreas Winterer ist Journalist, Buchautor und Blogger und beschäftigt sich seit 1992 mit Sicherheitsthemen. Auf unsicherheitsblog.de will er digitale Aufklärung zu Sicherheitsthemen bieten – auf dem Niveau 'normaler Nutzer' und ohne falsche Paranoia. Auf der Nachbarseite passwortbibel.de geht's um Passwörter. Bitte kaufen Sie eines seiner Bücher.

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1 Antwort

  1. Juni 10, 2010

    […] Masche selbst wurde hier bei unsicherheitsblog.de am 30. August 2009 schon gut […]