Windows 7: eingebautes Image-Backup verwenden

Allgemeines zu Datensicherungen auf der Seite Vorsorge: Datei- und Image-Backups.

Image-Backups sind wichtig. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen: Sie haben mein Leben verändert! Nie wieder Windows dreißig Mal pro Jahr neu installieren (sondern einfach 30 Mal pro Jahr den alten Stand per Image-Restore zurückspielen). Selbst wenn ein Virus alles zerstört, ein Wurm sich nicht entfernen lässt, selbst wenn die Festplatte rauchend den Geist aufgibt, selbst dann können Sie mit einem Image-Backup in unter einer Stunde alles wieder zum Laufen kriegen.

Wichtig dafür ist nur:

  • Sie trennen Image-Backups vom System, auf dem Windows läuft, also auf externen Datenträgern, externen Festplatten oder – das ist das Minimum – auf einer zweiten Festplatte (nicht bloß einer zweiten Partition!) im PC.
  • Sie haben ein einigermaßen aktuelles Image-Backup.
  • Sie haben mehrere Image-Backups zur Auswahl, denn vielleicht hatten Sie schon vor einem Monat eine Infektion, doch sie machte damals noch keine Probleme; daher wäre es vielleicht schlauer, das Backup von vor zwei Monaten zu nehmen.
  • Sie verwenden zusätzlich ein Datei-Backup mit einem Tool wie Backup Service Home oder WD SmartWare.

Image-Backup mit Windows 7

Windows hat eine eingebaute Image-Backup-Software, die Sie über Systemsteuerung\System und Sicherheit\Sichern und Wiederherstellen finden. Alternativ geben Sie „Sichern und W“ ins Suchfeld ein, Power-User können das schöne Geschlecht auch mit dem Aufruf von „sdclt.exe“ beeindrucken.

Klicken Sie dort im linken Bereich auf Systemabbild erstellen.

Windows prüft, wo ein passender Speicherplatz zu finden ist, und macht dann einige Angebote.

  • Auf Festplatte:
    Wählen Sie eine Festplatte. Wählen Sie unbedingt eine andere physikalische (!) Festplatte als die, auf der sich Windows befindet. Verwenden Sie zum Beispiel eine externe Festplatte, die Sie via USB, Firewire oder eSATE mit dem Rechner verbunden haben. Externe Festplatten kriegen Sie für unter 100 Euro im Bereich 1 Terabyte – das reicht dicke (ich habe heute beim Conrad 1,5 TB für 70 Euro gesehen). Verbinden Sie externe Festplatten mit dem Rechner, bevor Sie Systemabbild erstellen starten – sonst findet der die Platten nicht (oder wählen Sie <Aktualisieren>, müsste auch klappen).
    Hinweis: Die Festplatte muss mit NTFS formatiert sein – externe Platten mit FAT32 nimmt das Windows-7-Image-Backup nicht an! Das liegt daran, dass FAT32 keine Daten mit mehr als 4 GByte speichern kann – die Abbilddatei wird aber bestimmt größer.
  • Auf DVD(s):
    Wählen Sie einen DVD-Brenner. Lohnt sich nur, wenn Windows ganz frisch ist und daher auf maximal eine oder zwei DVDs passt, oder wenn Sie gerne mit mehreren DVDs jonglieren und viel Zeit haben. Verwenden Sie nicht die billigsten Rohlinge und stellen Sie sicher, dass ihr Brenner mit der verwendeten Rohling-Marke bisher  gut zurechtkam. Tun Sie das wirklich, denn Backups auf Rohlingen, die nicht mehr lesbar sind, nützen Ihnen gar nüscht.
  • Im Netzwerk:
    Würde ich von abraten.

Nun fragt Systemabbild erstellen, ob Sie neben C: - also der Systempartition mit Windows - noch weitere Laufwerke in die Sicherung einschließen wollen. Wenn Sie wirklich ein externes Laufwerk mit 1,5 GB haben (Verfügbarer Speicherplatz) und ihr PC oder Notebook zusammengenommen weniger Speicher (Erforderlicher Speicherplatz) haben – warum nicht… Wichtig ist zur Windows-Systemsicherung allerdings nur, vor allem C: zu sichern. Wenn Ihre Dokumente ebenfalls auf C: liegen, dann haben Sie die auch gleich mitgesichert.

Übrigens: Systemabbild erstellen komprimiert das Abbild beim Schreiben. Das bedeutet, dass das Backup im Endeffekt weniger Platz benötigt als auf C: belegt ist. Windows nennt stets den worst case, also wie viel Platz maximal gebraucht wird. Wenn Sie nicht gerade viele Bilder, MP3s, Videos oder ähnlich schwer komprimierbaren Stoff auf C: speichern, können Sie damit rechnen, dass das Backup nur etwa 65 bis 75 Prozent der Größe des Originals hat.

Windows fragt noch einmal nach, ob alles so ist wie Sie es haben wollen. Ein Klick auf Sicherung starten, und los geht’s.

Je nachdem, wie schnell Ihre Platten sind, kann das nun 5 bis 40 Minuten dauern. Meine Empfehlungen dazu:

    • Sie können weiterarbeiten, aber bei plattenzugriffsintensiven Anwendungen werden Sie, abhängig davon, wie viel Power ihr Rechner mitbringt, deutlich spüren, dass woanders noch ein Prozess läuft.
    • Theoretisch speichert das Backup auch Dateien, an denen Sie gerade arbeiten. Ich würde dennoch empfehlen, vorher alle Dateien und Anwendungen zu schließen und nur das Backup durchlaufen zu lassen.

  • Starten Sie das Backup am besten zu einem Zeitpunkt, wo es Ihnen egal ist, dass der Rechner eine halbe Stunde blockiert ist, etwa vor dem Essen.

Denken Sie daran, sich auch die Recovery-CD zu brennen, denn mit der können Sie auch dann diese Abbilddatei verwenden, wenn Windows mal derartig crasht, dass es nicht mehr startet. Windows 7 bietet das liebenswürdigerweise am Ende des Backups von selbst an.

Wo befindet sich die Systemabbilddatei?

Im Ziellaufwerk legt Windows ein Verzeichnis namens WindowsImageBackup an – in diesem Ordner liegten die Daten. Windows überscheibt die jeweils vorherige Abbilddatei mit der jeweils aktuellen.

Das bedeutet auch:
Sie haben pro Laufwerk immer nur EINE Version des Systemzustandes!

Das ist der Grund, warum Image-Backup-Tools wie das kostenlose Paragon Drive Backup 9.0 immer noch eine interessante Ergänzung zum Windows-7-Systemabbild sind, denn dort können Sie die Backups gleich beim Sichern benennen.

Wie lassen sich mehrere Systemabbilder speichern?

Mit einem Trick speichern Sie verschiedene Abbilder:

  • Benennen Sie einfach das Verzeichnis WindowsImageBackup um, etwa in WindowsImageBackup_2009-10-28. Das nächste Backup wird dann erneut in WindowsImageBackup gespeichert.  Auf diese Weise können Sie auch mit der Windows-7-Image-Backup-Funktion mehrere Backups verwalten.
  • Um das Systemabbild eines bestimmten Datums zurückzuspielen, ändern Sie vor dem Restore den Namen des betreffenden Backup-Ordners zurück auf WindowsImageBackup, dann nimmt Windows automatisch dessen Inhalt.

Wie schreibe ich ein Abbild zurück? (Restore)

Da gibt es zwei Wege.

  • Sie drücken beim Starten von Windows nach den BIOS-Meldungen und vor dem Windows-Logo die Taste [F8] und wählen aus dem Menü Computer reparieren.

In beiden Fällen wählen Sie im Menü Systemabbild-Wiederherstellung und folgen den Anweisungen.

Allgemeine Tipps für Abbilddatei-Sicherungen

Siehe Tipps für Image-Backups und Abbilddatei-Sicherungen.

Mehr zum Thema: Backup auf Scarware.de.

Andreas Winterer

Andreas Winterer ist Journalist, Buchautor und Blogger und beschäftigt sich seit 1992 mit Sicherheitsthemen. Auf unsicherheitsblog.de will er digitale Aufklärung zu Sicherheitsthemen bieten – auf dem Niveau 'normaler Nutzer' und ohne falsche Paranoia. Auf der Nachbarseite passwortbibel.de geht's um Passwörter. Bitte kaufen Sie eines seiner Bücher.

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5 Antworten

  1. Eric sagt:

    Man könnte in dem Beitrag noch ergänzen, dass sich die Systemwiederherstellungsoptionen auch auf dem "normalen" Installationsdatenträger von Vista und Windows 7 befinden. Da die Mehrzahl der Windows Vista /7 Nutzer im Besitz eines solchen Datenträgers sein sollten, kann man sich die Erstellung der Windows-Rettungs-CD in diesen Fällen auch sparen.

    http://windows.microsoft.com/de-DE/windows7/What-are-the-system-recovery-options-in-Windows-7

    Darüberhinaus finde ich die Homepage sehr informativ und gelungen. Nur die grüne Schrift auf dem schwarzen Hintergrund macht meinen Augen nach 2 Std. lesen langsam zu schaffen :-)

    • Danke für die sinnvolle Ergänzung - und auch für das Feedback zur grafischen Gestaltung. Wegen der Farbe: Ich arbeite tatsächlich an einem neuen Design, schwarz auf weiß, aber Webdesigns dauern ... Wer hier zwei Stunden lesend durchhält, verdient übrigens größte Bewunderung! ;-)

  2. Al Bert sagt:

    Ich will nur Festplatte C sichern. Das Win 7 Sicherungsprogramm sichert auch meine Festplatten G , H und K, obwohl in der individuellen Auswahl von mir keine Haken gesetzt sind. Meine Sicherungsfestplatte M ist nicht groß genug, um C, G, H und K zu sichern. Was tun.
    Al Bert

    • Andreas sagt:

      Das Windows-Backup sichert per Vorgabe automatisch *auch alle Bibliotheken*. Ich nehme daher an, G:,H:, K: sind bei Dir irgendwie in den Bibliotheken mit drin. Nur eine Vermutung, aber das wäre typisch.

  1. März 26, 2010

    [...] [...]