Was man bei Facebook so alles falsch machen kann...

Zum Registrieren beim kostenlosen Dienst Secure.me reicht es, sich auf dieser Seite über „Mit Facebook zu registrieren“ anzumelden, den Rest holt sich Secure.me aus Facebook. Es muss also nichts installiert werden, derzeit ist es ein reiner Webdienst. Bei Anmelden wählt man schlauerweise, dass die Statuspost der App nur für einen selbst zu sehen sein sollen.

Anschließend hat man die Wahl, sich selbst oder sein Kind mit der Software prüfen zu lassen. Schlauerweise wählt man erst mal sich selbst.

Der Dienst möchte sich anschließend mit dem eigenen Facebook-Profil verbinden und holt Erlaubnis ein, im Namen des Nutzers zu posten, seine sämtlichen Profilinfos abzufragen und auch Dinge zu prüfen, die von anderem mit dem Nutzer geteilt wurden.

Wer sich hier mulmig fühlt, ist auf dem richtigen Weg – andererseits geben viele Nutzer genau diese Rechte eben an all die Geburtstagskalender-Apps, die sich hinterher als Spam-Schleudern entpuppen. Also kann man es auch bei Secure.me machen, hinter der steckt immerhin ein deutsches Unternehmen, dass mit myON-ID bereits vor einigen Jahren einen ersten Dienst zur Reputationskontrolle entwickelte, nun aber komplett auf Secure.me umsattelt. Also lässt man es eben zu oder verzichtet auf den Dienst. Ich stimmte zu.

Anschließend verbindet sich der Dienst secure.me mit Facebook und beginnt einen Suchdurchlauf, ganz ähnlich wie ein Virenscanner. Die Ergebnisse sind gar nicht schlecht – mehr dazu in diesem externen Beitrag.

Fazit: Man kann durchaus noch einiges aussetzen. So arbeitet etwa die Erkennung von nicht selbst verfassten Posts meines Erachtens übertrieben vorsichtig. Der Schutz des Kinder-Profils klappte bei mir nicht reibungslos, dort fehlt auch eine Funktion, um etwa unerwünschte Freunde erkennen zu können. Außerdem sollte secure.me künftig auch andere Dienste unterstützen, zumindest Twitter – das könnte sich recht aufwendig gestalten. Dennoch ist secure.me kein überflüssiger Dienst, auch wenn das "Social-Media-Experten" und "Das Ende der Privatsphäre"-Verkünder sicher so sehen werden. Für Privacy-Interessierte ist es mindestens ein sehenswertes Gimmick, für besorgte Facebook-Einsteiger sogar ein nützliches Tool, das sie gezielt zu wichtigen Einstellungen führt und en passant mehr Bewusstsein für die Online-Reputation schafft. Und das würde ja schon reichen.

Andreas Winterer

Andreas Winterer ist Journalist, Buchautor und Blogger und beschäftigt sich seit 1992 mit Sicherheitsthemen. Auf unsicherheitsblog.de will er digitale Aufklärung zu Sicherheitsthemen bieten – auf dem Niveau 'normaler Nutzer' und ohne falsche Paranoia. Auf der Nachbarseite passwortbibel.de geht's um Passwörter. Bitte kaufen Sie eines seiner Bücher.

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