Vorschussbetrug: Der Brief aus Nigeria

Die Sache hat nur einen Haken: Der Mann aus Südafrika kann das wertvolle Gut nicht beschaffen, denn erst mal muss er zuständige Behörden bestechen, Gebühren entrichten oder ähnliches. Er unterbreitet Ihnen daher das Angebot, sie mit einem zweistelligen Prozentbetrag zu beteiligen, wenn Sie ihm das Geld für die Bestechung oder anderweitige Auslösung des Vermächtnisses vorschießen – daher "Vorschussbetrug".

Ein Brief aus Nigeria (die meisten sind englisch, aber auch die Gauner lernen inzwischen dazu)

In einer typischen und sehr häufigen Variation haben Sie bei einer Lotterie gewonnen und sind reich. Sie müssen nur eine Gebühr abführen, um den Gewinn einstreichen zu können. Alternativ handelt es sich um Kriegsbeute, die ausgelöst werden muss, oder um eine Erbschaft im Umfeld einer realen Katastrophe, die sich zuvor ereignet hat.

Dieser Betrug arbeitet sehr professionell und mit hohem Aufwand. Gefälschte Briefe, Faxe, Webseiten und Visitenkarten imitieren den Look wirklich vorhandener Lotterie-Betreiber oder echter Banken und (meist erfundener) Behörden und erzeugen so die Illusion, der Betreffende warte wirklich auf einige Millionen, nur ein paar Tausender würden reichen, ihm aus der Klemme zu helfen und nebenbei eine satte Provision zu kassieren.

Wer tatsächlich zahlt, wird entweder sofort sitzen gelassen oder es kommt zur Übergabe des wertvollen Guts, meist im Ausland. Wobei sich dann allerdings herausstellt, dass die Banknoten zum Beispiel markiert sind, oh Schreck, man wird daher um weiteres Geld gebeten, um das markierte Geld zu waschen... und so weiter.

Das aktuellste Kuriosum zu diesem Thema bekam ich heute, ein Nigeria-Brief vom (angeblich) FBI:

Die Website auswaertiges-amt.de hält ein PDF-Merkblatt zum Internetbetrug bereit (Backup hier), auch einige Polizei-Websites und das BKA informieren darüber. Soeben habe ich einen ganzen Blog gefunden, http://15grad.blogspot.com/, der nur solche Mails sammelt...

Andreas Winterer

Andreas Winterer ist Journalist, Buchautor und Blogger und beschäftigt sich seit 1992 mit Sicherheitsthemen. Auf unsicherheitsblog.de will er digitale Aufklärung zu Sicherheitsthemen bieten – auf dem Niveau ’normaler Nutzer‘ und ohne falsche Paranoia. Auf der Nachbarseite passwortbibel.de geht’s um Passwörter. Bitte kaufen Sie eines seiner Bücher.

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