Kostenfinder: Der Bundes-Anti-Abofallen-Trojaner

Auf der Website www.bmelv.de/DE/Verbraucherschutz/Telekommunikation/KostenfinderEinstieg/KostenfinderEinstieg_node.html finden Sie den Kostenfinder, ein Plugin für alle wichtigen Browser. Von Papa Staat, Uncle Angie. Ich finds cool. Die Idee ist nämlich so simpel wie clever: Sie klicken auf das etwas arg unscheinbar und vage geratene Kostenfinder-Logo mit dem kleinen Warndreieck, bei Firefox rechts unten, bei Chrome neben der Adresszeile. Als Folge markiert Kostenfinder automatisch jene Begriffe auf einer Website, die auf (versteckte) Kosten hindeuten.

Markiert werden etwa Euro-Zeichen oder Begriffe wie Abo, kostenpflichtig oder Mehrwertsteuer, die das Add-on zudem zählt und noch mal gesondert anzeigt. Sieht bei einer AGB z.B. so aus:

Der Kostenfinder des BMELV in Aktion

Der Kostenfinder macht also auf (versteckte) Unkosten aufmerksam. Meines Erachtens ein absolutes Muss: Man sicherlich darüber streiten, wie blind man sein muss, gewisse Unkosten nicht selbst zu finden, aber mit diesem Add-on springen auch dem blindesten die Kosten ins Auge. (irgendwann werden Abofallen die Hinweise in Bildern verstecken, dagegen ist Kostenfinder dann erst Mal machtlos. Aber derzeit funktionierts)

Andreas Winterer

Andreas Winterer ist Journalist, Buchautor und Blogger und beschäftigt sich seit 1992 mit Sicherheitsthemen. Auf unsicherheitsblog.de will er digitale Aufklärung zu Sicherheitsthemen bieten – auf dem Niveau ’normaler Nutzer‘ und ohne falsche Paranoia. Auf der Nachbarseite passwortbibel.de geht’s um Passwörter. Bitte kaufen Sie eines seiner Bücher.

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2 Antworten

  1. Jörg sagt:

    Von hinten durch den Rücken über die Brust ins Auge? Also, sicher aktuell erst einmal ein praktisches Tool. Auf die Idee, die Hinweise ins Bild zu packen, wäre ich jetzt nicht gekommen (ich stelle immer wieder fest, dass mir eine gewisse Bos- und Verschlagenheit beim anderen Leute Geld aus der Tasche ziehen fehlt).
    Auch das es das Minsterium für "Ernährung, Landwirtschaft und Umweltschutz" ist, dass diese Idee hat Wirklichkeit werden lassen wundert mich ein wenig, aber OK. Das ich jetzt selber auch das Feuerfüchsen nicht so sehr (zu 0%) benutze ist der Idee nicht wirklich abträglich. Des weiteren hadere ich auch nicht mit der Tatsache, dass sich Leute jetzt an dieses Tool gewöhnen und später (weil das Tool nichts meldet) dann auf "Anmelden" klicken - die Seite jedoch (wie mit dem erwähnten Bild) das Tool ausgetrickst haben und doch ungewollt ein Abo abgeschlossen haben. (Aus demselben Grund vertraue ich nicht auf die automatische Erkennung und Warnung von Navis oder PKWs bezüglich Verkehrszeichen & -regeln, denn ich selbst bin verantwortlich und nicht meine Navi, mein PKW oder mein Browser-Plugin).
    Nein, das was mich ärgert ist die Tatsache, dass die Mentalität des Amtes für den Straßenbau Einzug in das Internet hält:
    "Da gibt es eine schlechte Straße"
    "Gut, dann stell das Schild '30' auf"

    Anstatt das Problem an der Wurzel zu beseitigen wird ein Warnschild aufgestellt und somit die Verantwortung letztendlich doch wieder dem Fahrer / Endverbraucher übertragen.
    Doch diese Leute wurden von uns gewählt und bezahlt, damit sie unsere Probleme lösen und nicht hinter Warnhinweisen kaschieren!
    Wir leisten uns (im wahrsten Sinne des Wortes) einen Staat von bezahlten Beamten und die sollen die Probleme LÖSEN und nicht darauf HINWEISEN!

    Und wie im Falle des Straßenbaus es für mich bedeutet, dass Straßen ORDNUNGSGEMÄSS repariert werden, bedeutet es für mich im Internet, dass es z. B. ein einheitliches (vom Staat vorgegebenes) Formular beim Anmelden von Abos geben muss. Oder das Aboverträge, die durch Hinterlist erzeugt wurden zwar genutzt aber nicht bezahlt werden müssen (so wie es z. B. mit unverlangt zugesendeten Warensendungen ist (da klappt es doch auch, warum klappt es dann nicht im Web?)).

    Dafür zahlen dann Millionen von Bürgern ihre Steuern. Und nicht wenig. Also tut was dafür!