Hewlett-Packard HP Stream 7 Tablet mit Windows 8.1

Ich konnte einfach nicht widerstehen: für 99 Euro ein Windows-Tablet im microsoftstore.com?
Die Specs?

  • OS: Windows 8.1 mit Bing 32 Bit (ohne Crapware!)
  • Display: 7 Zoll (17,8 cm) mit 1280 x 800, multitouchfähig)
  • CPU: Intel Atom Z3735G Quad-Core 1,33 GHz
  • Speicher: 1 GB RAM mit 1333 MHz, als Festplatte 32 GB eMMC (nur 23,1 GB davon nutzbar!), erweiterbar bis zu 32 GB via MicroSD
  • Anschlüsse: 1x Micro-USB 2.0, 1x Kopfhörer-Out, Mikro-In
  • Funk: WiFi 802.11b/g/n, Bluetooth 4.0
  • Kamera: 2 Megapixel (Front: 0,3 Mpixel)
  • Akku: Li-Io 3.000 mAh
  • Maße: 350 Gramm, 191,5 x 108 x 9,9 mm

Fazit: Die Leistung eines Ultrabooks sollte sich hier niemand erwarten. Auch zeigt sich auf dem knappen 7-Zöller, dass Windows 8.1 noch nicht wirklich optimal für (kleine) Tablets ist. Dennoch: Für diesen Preis ein Spitzenangebot, um Windows 8.1 auf einem Tablet auszuprobieren.

HP Stream 7: erste Eindrücke

Die Größe sieht man hier beim Vergleich mit anderem Schreibtischkram:

HP Stream 7 - Größenvergleich

Bei der Ersteinrichtung fällt auf, dass die Schrift wahnsinnig klein ist. Und Microsoft ist nicht in der Lage, nach Wahl von deutscher Sprache und deutschem Tastaturlayout nicht auch von selbst deutsche Zeitzone einzustellen. In der anschließend startenden Kachel-Oberfläche ist der App-Shop ab Werk eine "kleine" Kachel - Microsoft möchte wohl einfach irgendwie nicht erfolgreich sein. Internet Explorer? Ist ab Werk gar keine Kachel, ich finde ihn auf dem normalen Desktop. Was denken die sich in Redmond? Dass, wenn man schon ein unentschlossenes Interface-Konzept abliefert, man dieses auch inkonsequent nutzen muss? Man kann diesem Unternehmen einfach eine gewisse Grundblödheit vorwerfen. (Liebe Windows-Fans: Ich benutze Windows täglich, mag es und hasse Microsoft nicht. Aber solche Details machen mich einfach unzufrieden, gerade im Vergleich zu iOS (iPad) und Android (Asus Memopad 8).)

Dicke im Vergleich: iPhone 4s (oben), HP Stream 7 (mitte), Kindle (unten)

Windows 8.1 - Speed?

Dass diese kleine Kiste kein Roadrunner sein kann, das liegt bei 1 GB RAM und Atom-Prozessorschnecke ja auf der Hand. Die Performance geht aber subjektiv völlig in Ordnung. Der Rechen-Däumling kann durchaus einen echten PC ersetzen, wenn es nur um Office und Surfen geht. Videoschnitt wird damit keiner machen wollen. Skyrim werde ich mal noch ausprobieren...

Windows 8.x mit Bing

Ab Werk sind knapp 5 von knapp 23 GByte Speicher belegt. Denn dankenswerterweise hat MS hier wirklich auf Crapware verzichtet - außer Office, Skype und anderen sinnvollen Dingen ist nichts installiert. Für Office 365 liegt ein Jahresabo bei - ein interessantes Angebot, das allein schon die Anschaffung lohnen könnte.

Kann man beim HP Stream 7 den Speicher erweitern?

Ja. Ich verwende dazu eine PNY 32GB MicroSD-Karte von amazon.de. Der Einbau ist etws knifflig: Einen Slot sucht man nämlich zunächst vergebens, erst die Maintenance and Service Doku (PDF) zeigt, dass man tatsächlich wie einem Handy die Rückseite an einer Ecke (man erkennt sie) aufhebelt und komplett die Schale abnimmt. Dort befindet sich der Akku und der Schacht für die Speicherkarte.

HP Stream 7 Maintenance and Service Guide

Dann kann man die Micro-SD-Card einlegen, bis sie mit leicht hörbarem Klick einrastet.

Erst nach Abnahme der Rückseite erreichbar: Micro-SD-Kartenschacht

Kann man Maus und Keyboard verwenden?

Ja, zum Beispiel via Bluetooth. Ich habe eine Bluetooth-Maus und eine Bluteooth-Tastatur angeschlossen, geht problemlos.

Bluetooth-Maus und Tastatur am Tablet

Damit ist das Stream 7 ein "vollwertiger PC", der nur einfach einen etwas kleinen Bildschirm hat.

HP Stream 7 mit Maus und Keyboard

Es gibt allerdings, das muss man sich klar machen, keine einfache Möglichkeit, einen Monitor anzuschließen. Es geht aber: Drahtlos per Miracast oder kabelgebunden via USB-VGA-Adapter. Danke an Axel für den Hinweis!

Welches Case für das Stream 7 Tablet?

Ich habe mir ein Acetech-Case bei amazon.de bestellt. Robust und schützend: ja. Betrieb vertikal: auch okay. Betrieb horizontal: funktioniert anfangs gar nicht, wenn sich das Cover etwas weichgebogen hat, geht es schon besser.

Stream 7 mit Cover

Ist ein Tablet mit Windows 8.1 besser?

Von Android- und iPad kommend: nein, definitiv nicht. Die konsequente Unausgereiftheit von Windows 8.1 auf Tablets überrascht mich ein wenig. Aber wer unbedingt Windows "braucht", der findet im Stream 7 immerhin was preiswertes.

Wer einfach nur ein "billiges 7-Zoll-Tablet" will, ist mit einem Lenovo A7-40 oder Samsung Galaxy Tab 3 7.0 wahrscheinlich besser dran - Mail, Browser, Office gibts auch für Android, und vieles mehr.

Für das Doppelte (ca. 220€) gäb's schon ein iPad Mini, dass ich für halbwegs ernsthafte Nutzer eher empfehlen würde. Auch hier: Office, Mail, Browser und anderes kein Problem.

Andreas Winterer

Andreas Winterer ist Journalist, Buchautor und Blogger und beschäftigt sich seit 1992 mit Sicherheitsthemen. Auf unsicherheitsblog.de will er digitale Aufklärung zu Sicherheitsthemen bieten – auf dem Niveau 'normaler Nutzer' und ohne falsche Paranoia. Auf der Nachbarseite passwortbibel.de geht's um Passwörter. Bitte kaufen Sie eines seiner Bücher.

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4 Antworten

  1. toolted sagt:

    Hallo,

    ich habe meinen Test bereits abgeschlossen. Soweit war ich mit dem HP Stream zufrieden, was die Leistung angeht. Display ist für die Preisklasse wirklich gut.
    Software die ich als Apps benötigte waren verfügbar.

    Aber was mich nach einem vorherigen Test (Nexus 7 2013) gestört hat, wurde auch hier bestätigt. 7" ist eine Größe mit der ich nicht klarkomme.

    Nach 7 Wochen ging das HP nun wieder zurück. Vielleicht wird es das Surface 4 mit Win10. Im Moment hänge ich noch an meinem MacBook Air.

    Als privater Apple User finde ich die Windows Richtung wirklich gut. An einigen Stellen muss noch etwas gefeilt werden.

    Gruß
    toolted

  2. Axel sagt:

    es gibt einige Möglichkeiten, windows doch ganz gut bedienbar zu machen auf dem Tablet. Beispielsweise die App "TouchMouse Pointer", die die gesamte Displayfläche zu einem unsichtbaren Mousepad macht. Daran gewöhnt man sich sehr schnell und hat dann einen normalen Mauszeiger.
    Im Review heisst es, es gäbe keine Möglichkeit einen externen Monitor anzuschliessen. Das ist nicht richtig. Erstens kann man das per Miracast drahtlos machen und zweitens gibt es externe Grafikkarten, die das Signal über USB2 entgegennehmen und super funktionieren. Sogar über einen Hub. Ich arbeite z.B. gerade mit einem "I tec USB zu VGA Display Adapter" an einem Logilink 3-port USB Hub mit Netzwerk-Anschluss. Da geht also dann nur ein einziger USB Stecker in das Tablet und alles ist angeschlossen (Display, Netzwerk, Tastatur Maus).
    Wenn ich nicht hingucken würde, wüsste ich nicht, dass ich auf einem Tablet arbeite :)

    Axel