Google Drive

Inzwischen gibt es zwei neue populäre Cloudspace-Anbieter, die das Zeug haben, Dropbox den Rang abzulaufen:

  • Google hat endlich die ohnehin indirekt vorhandene Möglichkeit offiziell gemacht, Dokumente in jenem Speicherplatz abzulegen, den Google Docs ohnehin schon nutzt https://drive.google.com/
  • Microsoft hat endlich einen Client zu SkyDrive veröffentlicht – siehe Microsoft SkyDrive

Nach meinem Blick auf SugarSync als Alternative zu DropBox werfe ich daher nun einen Blick auf:

Google Drive

Google Drive (Windows, Mac; Linux geplant) richtet einen Ordner auf Ihrer Festplatte ein, der zum „Google Drive“ wird, also zum Beispiel D:\GDrive. Inhalte dieses lokalen Ordners kopiert Google Drive sofort in einen Speicher bei Google (das muss man mögen). Haben zwei Rechner dasselbe Google Drive, sorgt der Cloud-Speicher dafür, dass eine Änderung an der Datei a.doc auf Rechner A sich sofort in der Datei a.doc auf Rechner B zeigt – die Inhalte werden synchronisiert. Verschwindet ihr Rechner (Diebstahl, Crash), dann haben Sie über das Webinterface die Möglichkeit, die Datei a.doc und auch alle anderen wieder zu retten – denn das Google Drive bewahrt ja eine Kopie auf den Google-Servern, es ist also auch ein bisschen Backup. Aber wirklich nur ein bisschen.

Natürlich braucht man für Google-Drive ein Google-Konto, Googlemail-User haben es schon Dann einfach zu https://drive.google.com und via Get started with 5 GB free / Jetzt mit 5 GB kostenlosem Speicherplatz loslegen (Update: inzwischen 15 GB) anmelden. Man sieht, dass das ganze wie bei Google üblich ein „Test“ ist, damit man den Service wie knol, Lively, Jaiku, Wave, Buzz und viele andere beizeiten wieder einstellen kann. Woraus folgt: Lieber nichts darin ablegen, was wirklich wichtig ist und nicht verschwinden darf.

Andererseits ist GDrive jetzt scheinbar endlich ein System, dass stets eine Offline-Kopie der Docs in Google Texte und Tabellen sichert. Stimmt aber nicht. Nur Dokumente, die keine Google-Docs sind (Endungen wie .doc, .docx, ..xls, .xlsx, .pdf) werden auch lokal gesichert. Google-Docs (Endungen .gdoc, .gsheet...) liegen nur scheinbar lokal vor, sind aber lokal in Wirklichkeit nur Verknüpfungen. Verschwinden die Dokumente in der Cloud, sind sie weg. Daher sollte man weiterhin manuell regelmäßig ein Backup der Dokumente in Google Docs machen.

Zum Herunterladen der PC-Version klicken Sie links auf Google-Drive herunterladen oder gehen zu https://tools.google.com/dlpage/drive. Danach starten und installieren Sie googledrivesync.exe.

Über das Google-Drive-Icon in der Systemablage melden Sie sich über Sign in mit Ihren üblichen Google-Kontozugangsdaten an.

Beim Einrichten des Drives lassen sich über Advanced Setup sogleich erweiterte Einstellungen festlegen. Das sollten Sie nutzen.

Wichtig sind:

  • Über Folder Location legen Sie zum Beispiel fest, dass die Dateien des Drive lokal nicht auf C: abgelegt werden, sondern wonanders.
  • Sync options bietet die Möglichkeit, Dateien im Drive zu speichern, die nicht im Drive-Ordner liegen. Interessantes Feature!
  • Den automatischen Windows-Start könnte man auf Netbooks zwecks Ressourcenschonung abschalten und GDrive immer nur dann starten, wenn man Dateien abgleichen will.

Wer mehr Speicher will, Google-typisch bis zu 16 TByte, harr harr, geht auf https://www.google.com/settings/storage/.

Braucht man Google Drive?

Nö.

Aber für Nutzer von Google Texte und Tabellen ist das super.

  • Lokale Dokumente aus Google Texte und Tabellen werden auch dann, wenn der Client nicht läuft, an die Web-App weitergeleitet und dort geöffnet.
  • Lokale Office-Dokumente werden auch lokal geöffnet und nach dem Speichern gesynct.
  • Google-Docs hat eine Art Versionsverwaltung: einfach im Browser im Google-Docs-Editor: Menü Datei, Überarbeitungsverlauf anzeigen wählen.
  • Inzwischen 15 GByte sind auch nicht schlecht.

Verschlüsseln

...geht mit boxcryptor für Windows, Mac, iOS, Android. Free für privat, dann aber ohne Dateinamensverschlüsselung. Naja.

Google Drive versus SkyDrive, Dropbox und Co

Wie schlägt sich Google Drive im Vergleich zu Konkurrenz? Hier meine 5 Cent:

  • Dropbox (Win/Mac/Linux) ist besser, wenn Sie etwas mehr Versionsverwaltung haben und die Dokumente in Ihrer Dropbox auf Smartphones und Apps nutzen wollen. 2GB bis 16 GB frei. Mehr dazu im Shoot-Out Dropbox versus SugarSync.
  • SugarSync (Win/Mac(inoffiziell:Linux)) ist besser, wenn Sie sehr detailliert verschiedenste Verzeichnisse auf verschiedenen Platten und Betriebssystemen abgleichen wollen – aber im Prinzip ist das Feature auch bei Google Drive zu haben. 5 GB frei. Mehr dazu im Shoot-Out SugarSync versus Dropbox.
  • IDriveSync (Win/Mac) ebenfalls eine Versionsverwaltung, aber wenig App-Support. 5 GB frei.
  • TeamDrive (Win/Mac/Linux) bietet ähnliches wie Dropbox, nur mit Datenschutz nach deutscher Brauart, ideal für alle, die Angst vor Google Datenkrakententakel haben. 2 GB frei.
  • IDrive oder Mozy (beide Win/Mac) sind besser, wenn es Ihnen vor allem um Backup geht, denn hier ist das Backupprogramm eingebaut, der Onlinespeicher nur das Zielmedium. 2 GB frei.
  • SkyDrive (Win, Mac) ist vor allem schön simpel. 7 GB (oder 25 GB) frei. Hat aber keinerlei Versionsverwaltung.
  • Ubuntu One (Win/Linux) ist eine Option für Ubuntu-Fans. 5 GB frei.
  • Box (früher: box.net) ist die Wahl für reine Tablet-User (iOS, Android). 5 GB frei.

Viel Spaß damit!

Und hier noch ein Video zu Google Drive:

Andreas Winterer

Andreas Winterer ist Journalist, Buchautor und Blogger und beschäftigt sich seit 1992 mit Sicherheitsthemen. Auf unsicherheitsblog.de will er digitale Aufklärung zu Sicherheitsthemen bieten – auf dem Niveau 'normaler Nutzer' und ohne falsche Paranoia. Auf der Nachbarseite passwortbibel.de geht's um Passwörter. Bitte kaufen Sie eines seiner Bücher.

You may also like...