"Bitte überprüfe die kürzlichen Aktivitäten in Deinem Facebook-Konto"

'Bitte überprüfe die kürzlichen Aktivitäten in Deinem Facebook-Konto' - Facebook kennt Zeit und Ort unserer Anwesenheit (siehe gelbe Einkleber)

Positiv: mehr Sicherheit

Der Hinweis zeigt klar und deutlich, dass jemand versucht hat, auf das Konto zuzugreifen. Es könnte also ein Gauner gewesen sein, ein einfacher kleiner Hackversuch - oder eben man selbst. Das ist eigentlich eine Funktion, die man auch in Shops und bei Webmail gerne sehen würde.
Stammt der Zugriff *nicht* von Ihnen, ist es spätestens jetzt an der Zeit, für bessere sichere Passwörter zu sorgen, sofern noch nicht geschehen.
Stammt der Zugriff von Ihnen
(bei mir: ja, denn ich war gerade zwei Wochen im Urlaub ;-) dann haben Sie möglicherweise ein Internet-Café oder das WLAN Ihres Hotels benutzt. Die Wahrscheinlichkeit ist wirklich gering, aber durchaus vorhanden, dass dort Ihr Passwort gelesen und entwendet wurde. Daher empfiehlt es sich, nach dem Urlaub das Kennwort aller Dienste zu ändern, die Sie per Internet-Café oder Hotel-WLAN verwendet haben.

Negativ: weniger Privatsphäre

Das Feature zeigt aber auch: Facebook weiß, wann und wo wir im Urlaub waren. Facebook erfasst jetzt also offenbar ohnehin stets unsere Zugangsdaten samt Geo-Informationen, sonst würde das gar nicht funktionieren. Das ist eine fragwürdige Datenschutzpolitik, siehe auch bei medien-gerecht.de. Das social network kann daraus problemlos Bewegungsprofile erstellen, auch wenn wir bei Facebook zum Beispiel in den Datenschutzeinstellungen - wie hier beschrieben - die Standortangaben vermieden haben.

Facebook weiß also nicht nur, wer wir sind, sondern auch, wo wir sind, wann wir von zu Hause und wann wir vom Büro aus einloggen und wann wir uns im Urlaub befinden - weil wir dann nämlich offline sind und nur sporadisch online. Dreimal anmelden aus Italien, schon ist klar, dass es sich lohnen könnte, uns Italien-Werbung zu zeigen - und das ist nur die Spitze vom Eisberg, wie dieser Beitrag zeigt. Dagegen hilft nur: nicht bei Facebook anmelden oder Facebook-Account löschen, allerdings muss das nicht so dramatisch geschehen wie bei der Pixelgurke-Preisträgerin Ilse Aigner.

Andreas Winterer

Andreas Winterer ist Journalist, Buchautor und Blogger und beschäftigt sich seit 1992 mit Sicherheitsthemen. Auf unsicherheitsblog.de will er digitale Aufklärung zu Sicherheitsthemen bieten – auf dem Niveau 'normaler Nutzer' und ohne falsche Paranoia. Auf der Nachbarseite passwortbibel.de geht's um Passwörter. Bitte kaufen Sie eines seiner Bücher.

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2 Antworten

  1. Falk Ebert sagt:

    Vielen Dank für den Link auf die Gurken-Verleihung!

    Grüße,
    Falk