DuckDuckGo – die etwas sicherere US-Suchmaschine

Sicherere US-Suchmaschine DuckDuckGo

DuckDuckGo ist eine hip wirkende Suchmaschine aus den USA, die dort seit etwa 2008 tätig ist.

Die ursprüngliche Idee von DuckDuckGo war dem Vernehmen nach keineswegs der Datenschutz. Statt dessen wollte DuckDuckGo als Google-Alternative vor allem auf erhöhte Relevanz setzen und führte dazu auch Funktionen ein, die Google meiner Meinung nach - man korrigiere mich - erst später kopierte, etwa die Vorwegnahme von Inhalten auf der Ergebnisseite ("Zero-Click Info").

Was macht die Suchmaschine DuckDuckGo 'sicherer'?

Die jetzt gehypten Datenschutzfeatures:

  • Die Suche mit DuckDuckGo nutzt eine verschlüsselte HTTPS-Verbindung mit Forward Secrecy.
  • DuckDuckGo speichert nach eigenen Angaben unsere IP-Adressen nicht.
  • DuckDuckGo nutzt keine Tracking-Cookies.
  • DuckDuckGo unterdrückt die http-Referrer-Info, das Ziel weiß also nicht, woher wir kommen (macht inzwischen aber selbst Google).
  • DuckDuckGo ist problemlos aus Tor heraus nutzbar (und betreibt auch einen Hidden Service).

Nicht so toll:

  • Einen Proxy-Service gibt es nicht.
  • DuckDuckGo-Server stehen unter anderem in den USA (auch: Irland, Singapur), Serverkapazitäten werden auch via Amazons EC2-Cloud bereitgestellt (grün markiert: ergänzt am 13.12.). Damit ist DuckDuckGo keine ernstzunehmende "sichere" Suchmaschinen-Alternative. Jedenfalls nicht für Nutzer mit einem Schuss Paranoia im Blut und Alumütze auf dem Kopf.

Aber:

  • Datenschützer Thilo Weichert, nicht gerade als Verharmloser verschrien, empfahl als Alternative zu Google „… den von uns zertifizierten Dienst ixquick oder auch duckduckgo, die sich verpflichtet haben, keine Nutzerdaten zu sammeln.“ Ziemlicher Ritterschlag, den ich nicht ganz nachvollziehen kann, aber hey, wenn’s der Weichert sagt …

DuckDuckGo zu meiden wäre in meinen Augen ohnehin schade. Denn die Ergebnisse sind in meinen Augen ganz erstaunlich gut, wenn auch nicht perfekt. Und DuckDuckGo muss ja nicht die Standard-Suchmaschine werden - aber als gelegentliche Google-Alternative sollte man sie sich mindestens bookmarken.

Infos (englisch): Einführung - Hilfe - Privacy-Angaben - App für iOS/Android

Beispielsuchen:

Sicherere US-Suchmaschine DuckDuckGo

Andreas Winterer

Andreas Winterer ist Journalist, Buchautor und Blogger und beschäftigt sich seit 1992 mit Sicherheitsthemen. Auf unsicherheitsblog.de will er digitale Aufklärung zu Sicherheitsthemen bieten – auf dem Niveau 'normaler Nutzer' und ohne falsche Paranoia. Auf der Nachbarseite passwortbibel.de geht's um Passwörter. Bitte kaufen Sie eines seiner Bücher.

Das könnte Dich auch interessieren...

3 Antworten

  1. Torsten sagt:

    Also, sich erst einmal richtig sachkundig machen, wäre nicht schlecht.
    DDG ist SICHER, auch wenn die Suchmaschine in den USA ist, werden IP-Adresse und Suchanfragen nicht gespeichert, bzw. nicht miteinander verknüpft. Selbst wenn amerikanische Behörden Daten von Duckduckgo verlangen, so kann DDG diese nicht herausgeben, weil nichts gespeichert oder miteinander verknüpft wird - absolut nichts, nada, niente.
    Ein Freund von mir arbeitet seit gut 2 Jahren bei DDG und er berichtet mir regelmässig über die Arbeit dort (natürlich unter Wahrung der Betriebsgeheimnisse, die jedes Unternehmen hat). Nebenbei bemerkt: für Europa stehen die Server von DDG in Irland.

    Wie gesagt, sich einmal etwas besser zu informieren und sich sachkundiger zu machen, wäre nicht schlecht, bevor man Sachen in die Welt hinausposaunt, die einfach nicht stimmen.

    • Andreas sagt:

      Ich freue mich natürlich, dass DDG auch hierzulande in Public-Relations-Agenten investiert. Langsam rollt der Rubel, da wird es natürlich ernst. Sorry allerdings, dass ich nicht vollständig kritiklos ins allgemeine Hurrageschrei einstimmen kann, doch zugleich hatte ich keineswegs das Gefühl, da oben einen sonderlich DDG-kritischen Beitrag "hinausposaunt" zu haben. Ebensowenig behaupte ich auch nur mit einer Silbe, DDG wolle Google vom Platz verdrängen oder würde die Daten zusammenführen, von denen es behauptet, sie gar nicht zu erfassen.

      Aber hab Dank für die Anmerkung, ich hab's korrigiert: DDG betreibt auch Server in Irland! Wie beruhigend ... obwohl: Moment mal?! War das nicht das Land, in das Unternehmen gehen, die das mit dem doofen Datenschutz nicht so eng sehen, etwa Google und Facebook? Das Land, in das die USA gerne ihre Datenkrakenfangarme ausstrecken?

      Nachtrag: Ist eine differenzierte Formulierung wie "Damit ist DuckDuckGo keine ernstzunehmende 'sichere' Suchmaschinen-Alternative. Jedenfalls nicht für Nutzer mit einem Schuss Paranoia im Blut und Alumütze auf dem Kopf." wirklich so schwer zu verstehen?

  2. Torsten sagt:

    Nachtrag:
    DDG hat auch nicht die Absicht, Google vom Platz zu verdrängen. Dort weiß man natürlich, daß man dies nie schaffen wird. Vielleicht wird man 1-2% an Nutzern Google abjagen können, mehr sicherlich auch nicht.
    Zu Erinnerung: DDG hat ca. 21 Mitarbeiter, Google hingegen über 50.000 - und DDG hat auch nicht die finanziellen Kapazitäten, wie der Weltkonzern Google.