Der Windows-Update-Mythos...

Immerhin gibt es Gründe für solche Voodoo-Tipps: Die Angst vor dem Lauschangriff - siehe "Der Windows-Spionage-Mythos". Doch selbst wenn diese Angst berechtigt ist oder wäre, sollten Sie dringend abwägen, was wichtiger ist: Ein löchriges System zu nutzen, das Malware-Angriffen Tür und Tür öffnet, oder es zu stopfen und dadurch das geringe Risiko einzugehen, dass Microsoft Sie irgendwie belauscht.

Bedenken Sie: Wenn ein Software-Anbieter Sie wirklich belauschen wollte, würde er es dann über eine abschaltbare Funktion tun? Und auch: Sobald Sie _einem einzigen_ Programm Zugriff auf das Internet geben, kann jede beliebige Software auf Ihrem PC jede beliebige Information übertragen - da hilft auch keine Firewall.

Ausgerechnet Update abzuschalten, weil man belauscht werden könnte, IST paranoid. Und leichtsinnig. Einen schönen Beitrag dazu finden Sie auch hier, er brachte mich dazu, den Beitrag "Sicherheitsmythen" um diese Zeilen zu erweitern. Der Beitrag hat Hand und Fuß, auch wenn der Autor bei Microsoft arbeitet und daher nicht als neutral gelten muß. (Aber durchaus neutral sein kann.)

Versetzen Sie sich mal in die Lage von Microsoft-Entwicklern: Die wissen, wie alle Entwickler, dass Software-Fehler nun mal vorkommen (siehe: Bugs). Sie bauen daher liebevoll eine Update-Funktion ein, wie man sie jeder modernen Software nur wünschen kann (und immer mehr Software hat so was, auch wenn das zunehmend nervt und daher vielleicht irgendwie vereinheitlicht gehört). Doch Tipplieferanten tuten seit Jahren in ein und dasselbe Horn, nämlich, dass man dieses Feature doch abschalten müsse und statt dessen ganz dringend Tool-Quark wie XP-Antispy etc. benötigt. Die müssen doch hysterisch giggeln, die armen Entwickler, auf der Bank ihres Analytikers!

Andreas Winterer

Andreas Winterer ist Journalist, Buchautor und Blogger und beschäftigt sich seit 1992 mit Sicherheitsthemen. Auf unsicherheitsblog.de will er digitale Aufklärung zu Sicherheitsthemen bieten – auf dem Niveau ’normaler Nutzer‘ und ohne falsche Paranoia. Auf der Nachbarseite passwortbibel.de geht’s um Passwörter. Bitte kaufen Sie eines seiner Bücher.

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1 Antwort

  1. Jörg Berger sagt:

    Ich spiele seit jeher Updates schnellstmöglich ein, da ich mir folgende Frage gestellt habe:
    Wem vertrauen? Einem Hacker / Virenschreiber der versucht mein System zu hacken um Gewinn zu erzielen oder dem Hersteller, der versucht Lücken zu schließen und notfalls Probleme mit dem Patch erneut korrigiert und in irgendeiner Art und Weise Support zur Verfügung stellt?
    Inzwischen spiele ich Patches sogar sofort ungeprüft ins Produktivsystem unserer Firma ein. Kein Herstellerpatch kann so schlimm sein wie ein verseuchtes Firmennetz.