Windows-Datensicherung mit Backup Service Home

Das Tool zur Windows-Datensicherung gibt es hier:

Ich verwende das Tool jetzt schon seit einigen Jahren auf Windows 7, finde es sehr gelungen und kann es daher wirklich persönlich empfehlen. Es speichert nicht nur Files, sondern auch Versionen davon. Stündlich gesicherte Versionen sind einen Tag lang verfügbar; mindestens eine tägliche Version bewahrt Backup Service Home für die letzten 30 Tage auf. Wöchentliche Versionen sichert Backup Service, solange das Zielmedium Platz hat.

Backup Service Home

Wichtig:

  • Backup Service Home ist kein Image-Backup-Programm. Verwenden Sie dazu zum Beispiel die interne Windows-7-Datensicherung oder kommerzielle Drittanbietersoftware wie Paragon Backup & Recovery oder Acronis True Image.
  • BSH ist ein richtiges Kanonen-auf-Spatzen-Produkt. Es erzeugt für jede Datei auf dem Quelldatenträger (mindestens) eine Kopie auf dem Zieldatenträger. Entsprechend braucht das Speicherplatz und kann - bei sehr vielen Dateien - langsam sein. Mich stört das nicht, ich will das so.

Ich empfehle, hier wirklich "größer" zu denken. Bei mir ist zum Beispiel Windows auf C: (SSD256), und das wird von der Windows-Sicherung als Image gesichert. Alle (!) meine Daten liegen auf D: (HDD2TB), das ist eine eigene, zweite Festplatte. Mein Backup-Medium ist Q: (HDD2TB), eine dritte interne Festplatte. Mit Brachialgewalt dient Backup Service Home bei mir also dazu, alle, wirklich alle Daten auf D: auf Laufwerk Q: zu sichern. Das kann man sicher klüger, weil effizienter & eleganter machen; aber mir hat das in dieser Form gereicht und auch schon konkret geholfen.

BSH-Ersteinrichtung

Doppelklicken Sie dazu im Infobereich/Systray auf das [bsc]-Icon von Backup Service Home und wählen Sie Konfigurieren.

Klicken Sie auf Hinzufügen, um Quellverzeichnisse, Sie sich sichern wollen, in das Backup mit einzuschließen:

Klicken Sie dann auf Weiter. Sie legen nun das Zielmedium fest. Das ist idealerweise eine zweite Festplatte im Rechner oder eine externe Platte, die immer angeschlossen ist, z.B. WD MyBook. Alternativ verwenden Sie ein gemapptes Netzwerklaufwerk. Im Register FTP-Server können Sie alternativ auch die IP-Adresse, Zugangsdaten und Verzeichnis eines FTP-Servers angeben, den Backup Service Home als Speicher verwenden kann.

Legen Sie also das Zielmedium fest und klicken Sie auf Weiter.
Wählen Sie Datensicherung automatisch einrichten und klicken Sie auf Weiter:

Backup Service Home startet sofort im Anschluss.
Auf dem Backup-Zielmedium legt BSH automatisch ein Verzeichnis namens Backups an. Darin finden Sie ein Unterverzeichnis mit dem Rechnernamen, so dass Sie zum Beispiel auch mehrere PCs auf einen einzigen Netzwerkspeicher sichern können.

In der Grundeinstellung speichert BSH stündlich; nicht nur Dateien, sondern auch Versionen davon. Stündlich gesicherte Versionen sind einen Tag lang verfügbar; mindestens eine tägliche Version bewahrt Backup Service Home für die letzten 30 Tage auf. Und wöchentliche Versionen sichert Backup Service, solange auf dem Zielmedium dafür Platz ist.

Das alles lässt sich natürlich nachträglich ändern.

Backup Service Home konfigurieren

Rechtsklicken Sie im Infobereich/Systray auf das Symbol von Backup Service Home und wählen Sie Konfigurieren:

  • Um ggfs. das ständige Sichern (vorübergehend) abzuschalten, wählen Sie auf der Hauptseite Aus.
  • Um Einstellungen des Backups zu ändern, wählen Sie Konfigurieren.

Im Tab Quellverzeichnisse fügen Sie dem Backup-Set ggfs. weitere Ordner hinzu:

Im Tab Medium ändern Sie nachträglich das Zielmedium des Backups:

Im Tab Modus legen Sie fest, wie oft BSH Ihre Dateien sichern soll.
Die Vollautomatische Sicherung arbeitet stündlich und ist damit schon sehr nah an einer kontinuierlichen Datensicherung:

Über Zeitplangesteuerte Sicherung legen Sie bei Bedarf zum Beispiel fest, dass Backup Service Home nur einmal täglich sichern soll - etwa am Abend, nach getaner Arbeit:

Im Tab Sicherungsoptionen stellen Sie zum Beispiel ein, dass BSH Dateien beim Backup komprimieren soll. Das erfordert mehr Rechenzeit und empfiehlt sich nur bei flotteren PCs. <- Ich empfehle es nicht.

Die Option Datensicherung verschlüsseln macht die gesicherten Daten ohne Passwort unlesbar: So lassen sich Daten auch auf einem FTP-Server im Internet oder auf ein Kleinbüro-NAS sichern. Via Einrichten legen Sie ein möglichst langes Kennwort für die Verschlüsselung an.

Über Weitere konfigurieren Sie verschiedene Kleinigkeiten:

Wiederherstellung

Vorweg: Die gesicherten Dateien liegen im Falle der von mir empfohlenen, nicht-komprimierten und nicht-verschlüsselten Datensicherung einfach auf dem Zielmedium, die Struktur ist absolut identisch zu der der Quelle. Sie könn(t)en also ganz einfach "manuell" verlorene Dateien und Ordner herauskopieren.

Anders als kommerzielle Image-Backup-Tools wie Paragon Backup & Recovery oder Acronis True Image können Sie Backup Service Home nur mit einem laufenden Windows verwenden und nur dann auch reinen Restore gesicherter Dateien durchführen.

  • Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Icon im Infobereich und wählen Sie Backupbrowser.
  • Im Backup-Browser sehen Sie die verschiedenen Sicherungen nach Datum und Uhrzeit.

  • Wählen Sie die gewünschte, markieren Sie darin Files und Verzeichnisse und klicken Sie rechts oben auf Wiederherstellen.
  • BSH stellt die Dateien am ursprünglichen Ort wieder her.

Vorsicht beim Zurückspielen älterer Dateien, denn dabei kann man u.U. aktuelle, neuere, wichtigere Dateien überschreiben! (Die Software fragt sicherheitshalber nach.)

Alte Sicherungen löschen?
Wählen Sie links oben Organisieren und darin zum Beispiel Mehrere Sicherungen löschen.

Verschlüsselung & Backup

Bedenken Sie, dass wenn Sie die Windows-Systempartition mit BitLocker, TrueCrypt oder DiskCryptor verschlüsselt haben, ein Backup auf ein Zielmedium (externe Festplatte, NAS, ...) zwangsläufig ihre 'geschützten Daten' aus dem geschützten Bereich herausbewegt und daher zwangsläufig den Zugriffsschutz entfernt!

Abhilfe schafft, auch das Zielmedium als Ganzes zu verschlüsseln, wobei man dann dafür sorgen sollte, dass es automatisch gemounted wird, damit das Ziel auch stets zur Verfügung steht (können glaub ich alle drei genannten). Alternativ aktivieren Sie über Konfigurieren, Register Sicherungsoptionen die Option Datensicherung verschlüsseln. (AES mit 256Bit. James-Bond-Sicherheit sollte man hier dennoch nicht unbedingt erwarten.)

Fazit

Ein Muss für jeden Rechner: Backup Service Home kostet nichts, wäre mir aber mindestens einen Zwanni wert. Es arbeitet vielleicht etwas brachial (Einzeldateien statt Backup-Container), doch dafür kann man sehr einfach mal eben eine Datei wieder aus dem Backup herausfischen. Features wie Versionierung, mehrere unterschiedliche Backup-Zeiten und die allgemeine Flexibilität machen das Tool zu einer wertvollen Ergänzung für die einfachen Image-Backups der Windows-7-Datensicherung.

  • Ist es kommerzielle Software?
    Nein, derzeit free wie Freibier und ein privates Projekt.
  • Support?
    Via Handbuch, Forum, FAQ.
  • Wird das Produkt noch gepflegt?
    Ja, siehe hier.
  • Läuft es auf Windows 8.x?
    Habe es nicht ausprobiert, aber der Entwickler sagt Ja (hier).
  • Kommandozeilenparameter?
    Jau, hier.

Andreas Winterer

Andreas Winterer ist Journalist, Buchautor und Blogger und beschäftigt sich seit 1992 mit Sicherheitsthemen. Auf unsicherheitsblog.de will er digitale Aufklärung zu Sicherheitsthemen bieten – auf dem Niveau 'normaler Nutzer' und ohne falsche Paranoia. Auf der Nachbarseite passwortbibel.de geht's um Passwörter. Bitte kaufen Sie eines seiner Bücher.

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3 Antworten

  1. Marco sagt:

    Interessanter Blog!
    Aber ich muss jetzt dann doch mal weitermachen... ;)

    Grüße

  2. Jörg sagt:

    Ich hätte da noch eine Ergänzung bezüglich der Sicherung:
    meine Empfehlung ist, die Sicherungsplatte immer vom System zu trennen oder eine weitere zusätzliche externe Platte zu nutzen, auf die eine weitere Sicherung kopiert wird und diese dann zu trennen.
    Eine permanten mit dem zu sichernden System verbundene Sicherungsplatte birgt meiner Meinung nach folgende Risiken:

    Strom-/Wasserschaden
    Ein Überspannungs- oder Wasserschaden zerstört evt. die Datenplatte und die Sicherungsplatte gleichzeitig

    Diebstahl
    Wird der Rechner gestohlen ist die Datenplatte und die Sicherungsplatte gleichzeitig weg

    Cryptviren
    Ein eingeschleppter Virus könnte die Daten- und die Sicherungsplatte gleichzeitig verschlüsseln

    Fazit:
    Nur eine vom System getrennt und in einem anderen Raum untergebrachte Platte darf sich eigentlich "Datensicherung" schimpfen.
    (Noch besser freilich, eine Sicherung die bei der Verwandschaft oder im Bankschließfach unterkommt, da ist die Datensicherung dann auch vor Brand geschützt).

    • Andreas W. sagt:

      Da hast Du natürlich weitgehend recht!
      Das Risiko ergibt sich allerdings nur, wenn dies das einzige Backup ist. Tatsächlich gibt es natürlich auch bei mir noch weitere Backups, eben auf Platten und DVDs, die andernorts aufbewahrt werden. Aber sowas täglich zu tun ist für private Nutzer aufwändig bis unmöglich.

      Was aber täglich möglich ist, die Daten lokal redundant zu speichern. Es ist einfach wahrscheinlicher, dass Platte 1 (System, Daten) oder 2 (Backup) ausfällt, als das meine Bude abbrennt oder jemand meinen Rechner stiehlt. Speziell Backup Service Home kann seine Daten auch auf ein NAS schieben, welches bei mir in einem anderen Raum steht. (Wenn das Haus abbrennt, dann reicht auch das nicht, ja. Meine Buchhaltung liegt daher auf einem Cloudspeicher.)