Apple iTunes/iPhone/iPad-Apps zurückgeben

Jain. Der App-Kauf ist laut Apple-Bedingungen nicht widerrufbar. Das ist natürlich nicht kundenfreundlich, in .de sicher auch nicht besonders rechtssicher. Das weiß man auch bei Apple. Bei iTunes und iOS -Geräten wie iPhone, iPad und iPod kann man daher viele gekaufte Apps einige Zeit zurückgeben. Wie viele Tage lang genau ist nicht ganz klar. Auch scheint es bei Spielen nicht zu funktionieren. Vielleicht ist es abhängig von der Zeitdauer, die man die App schon genutzt hat - und das ist ja ebenso verständlich wie berechtigt.

Falls Sie sich mal verklickt haben:

So geben Sie eine iTunes-Apps zurück

  • Keine Panik!
  • Rufen Sie per Webbrowser den Link http://reportaproblem.apple.com/ auf.
  • Melden Sie sich mit Apple-ID und Passwort an.
  • Sie erhalten eine Liste Ihrer letzten Käufe, die neuen oben. Sie zeigt Einkäufe der letzten 90 Tage.
  • Klicken Sie beim betreffenden Kauf auf Problem melden.

Apple iTunes: eine App zurückgeben

  • Wählen Sie in der Liste ein Problem, etwa "Artikel versehentlich gekauft" (kommt vor!) oder "Artikel lässt sich öffnen, funktioniert jedoch nicht wie erwartet." (=Drecks-App).
  • Es wird zugleich nach einer Begründung gefragt. Wenn nicht mindestens ein Buchstabe drin steht, wird die Senden-Schaltfläche nicht aktiv. Bei der Begründung sollte man vielleicht nicht allzu dreist lügen. Ich gab genau das an, was schon in der Liste vorgegeben war (es klappte, siehe unten).
  • Klicken Sie auf Senden.

Apple iTunes: App zurückgeben

  • In Einzelfällen taucht nun ein "Dieser Kauf kann nicht erstattet werden." auf. Dann müssen Sie notgedrungen den Hersteller kontaktieren und auf Kulanz hoffen. Was natürlich niemand macht, wenn die App nicht gerade teuer war.
  • Hat es geklappt, klicken Sie auf Rückerstattung beantragen (mittlerer Button):

Apple Apps: Rückerstattung beantragen

Das war's schon.
Damit haben Sie die Rückerstattung aber nur beantragt.
Eine Garantie für die Rückzahlung besteht nicht.

Das Geld kommt entweder zurück und man wird darüber informiert - oder eben nicht. Wenn nicht, rate ich an, wenigstens die Kommentarfunktion zum Abreagieren zu verwenden. Überlegen Sie sich aber vorher, ob's das wirklich wert ist. Sind nur *Sie* enttäuscht - oder ist es wirklich eine App, vor der man warnen muss?

Im oben genannten Fall dauerte es nur wenige Stunden, bis die Bestätigung kam. Die App hatte ich vielleicht 30 Minuten genutzt (und sie war echt ihr Geld nicht wert):

iTunes: Rückerstattungsbestätigung

HINWEIS:

  • Es versteht sich von selbst, dass Apple wahrscheinlich auf irgendeine Art und Weise speichert, was Sie sich wie und wann erstatten lassen. Entsprechender Missbrauch wird bei einem erkennbaren Muster vielleicht nicht folgenlos bleiben. Sicher macht Apple auch eine Rechnung folgender Art auf: Wer 100 Apps kauft, und 1 zurückgibt, hat sicher einen Grund; wer 3 Apps kauft, und 1 zurückgibt, der will nassauern. Reine Spekulation. Aber so würde ich es machen.
  • Bedenken Sie bitte auch, dass Entwickler in irgendwas reinbeißen und irgendwo wohnen müssen; Leute, die sich bei App-Preisen von 1,79€ darüber beklagen, dass sie keine persönliche Antwort im parfümierten Umschlag bekommen, sind einfach nur plemplem.Es gibt schon Entwickler, die haben als Reaktion auf schlechte Bewertungen die Preise der Apps erhöht und folgendes festgestellt: Sie verdienen mehr Geld mit weniger Kunden, und die Kunden, die 10 Euro ausgegeben haben, wissen, was sie dafür kriegen, deutlich mehr zu schätzen als die Kunden, die für das gleiche 1 Euro ausgegeben haben.

Andreas Winterer

Andreas Winterer ist Journalist, Buchautor und Blogger und beschäftigt sich seit 1992 mit Sicherheitsthemen. Auf unsicherheitsblog.de will er digitale Aufklärung zu Sicherheitsthemen bieten – auf dem Niveau 'normaler Nutzer' und ohne falsche Paranoia. Auf der Nachbarseite passwortbibel.de geht's um Passwörter. Bitte kaufen Sie eines seiner Bücher.

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