Test 2011: Welchen kostenlosen Virenschutz verwenden?

Die ausführlichen Testergebnisse der Virenscanner finden Sie auf av-test.org. Ich beschränke mich hier auf die Produkte zum Virenschutz, die für private Nutzer kostenlos einsetzbar sind. Das sind derzeit:

..sortiert nach "Schutzwirkung" (avtest.org erklärt hier, was man damit meint).

Interessante Erkenntnisse aus der ausführlichen Darstellung des Tests 2011 auf XP auf av-test.org:

  • MSE ist bei der "Schutzwirkung" ziemlich weit abgeschlagen (nur Norman ist noch schlechter).
  • MSE ist bei der "Reparatur" ganz weit vorne. Das spricht dafür, dass MSE sich bei seinem Virenschutz vor allem auf die allerwichtigsten Bedrohungen konzentirert, was der Aussage der geringen Erkennung etwas ihre Schärfe nimmt. Hier kommt das Problem zum Tragen, das man Reparatur schlechter testen kann als Erkennung, daher ist das Testfeld dort deutlich kleiner.
  • Panda Cloud Antivirus sammelt Bedienungspunkte, wegen der einfachen (kaum vorhandenen) Bedienung.
  • Die üblichen Verdächtigen sind gut. Von weniger bekannten Markennamen sollte man sich eher fern halten.
  • Bitdefender ist diesen Tests nach Sieger. Für die Schutzwirkung mag das stimmen, aber ich habe jahrelang (genau: zwei) mehre Anwender mit Bitdefender ausgestattet. Und tue es so schnell nicht wieder. Schutzwirkung ist einfach nicht alles.

Avira (und andere) ist nicht dabei, weil avtest.org nach einem mir nicht einleuchtenden System mal die Free-Versionen kommerzieller Scanner mittestet, mal nicht. Setzt man voraus, dass die "Schutzwirkung" von Avira Free sich nicht wesentlich von der der kommerziellen Avira-Version unterscheidet, dürfte diese Version wohl in diesem Club mitspielen - sicher ist das aber nicht. Möglicherweise verzichtet Avira nur auf eine Teilnahme, um die Personal-Version nicht zu kannibalisieren (reine Spekulation).

Andreas Winterer

Andreas Winterer ist Journalist, Buchautor und Blogger und beschäftigt sich seit 1992 mit Sicherheitsthemen. Auf unsicherheitsblog.de will er digitale Aufklärung zu Sicherheitsthemen bieten – auf dem Niveau 'normaler Nutzer' und ohne falsche Paranoia. Auf der Nachbarseite passwortbibel.de geht's um Passwörter. Bitte kaufen Sie eines seiner Bücher.

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10 Antworten

  1. Eckhard sagt:

    Es wäre interessant zu erfahren, ob das eine oder andere Schutzprogramm auf "moderneren" Betriebssytemen (Windows7) eventuell besser (oder auch schlechter) wirken.
    Gruß
    Eckhard

  2. Andreas sagt:

    @Eckhard: Das ist erfahrungsgemäß definitiv so, aber normalerweise nur um Promillepunkte und wird daher heute nicht mehr hochjazzt. Auch ist der Echtzeitschutz meist etwas weniger wirksam als der Scanner.

  3. Jörg sagt:

    Ich bin der festen Überzeugung, dass ein aktuelles und gepatchtes Betriebssystem schon einmal 70% der Schufte die einem die Tür einrennen wollen vom Leib hält. Wenn man dann auch nur als Benutzer und nicht als Admin arbeitet (als Admin nur die paar Momente in denen es wirklich nötig ist), dann sind weitere 15% sicher. Und den Rest kann man dann mit einer Kombination aus Virenscanner sowie Software- und Hardware-Firewall sichern. Das sind dann immer noch keine 100%, aber kommt dem schon recht nahe.
    Ein Schutzprogramm allein und sich dann aber unvernünftig verhalten, da kann auch der besten Schutz nur wenig ausrichten.
    Eine der größten Schwachstelle ist und bleibt der User ...

  4. Jürgen sagt:

    AV-Test schreibt selbst, es gibt nicht die beste Antivirensoftware, weil sich die Art der Angriffe bzw. Sicherheitslage ständig ändert. Wenn man nun bedenkt, dass Avira (die freie Version) die Virensignaturen nur einmal täglich aktualisiert und bei Microsofts Security Essentials die Updates heruntergeladen werden müssen, so sind Tests aus Zeitschriften oder Meinungen aus Büchern, nur Momentaufnahmen. Wichtig ist doch, wie schnell die Signaturen für die Echtzeitprüfung auf den Rechner kommen. Dabei muss nun jeder das für sich sinnvollste Programm installieren. Bitdefender bietet dazu auch einen sehr guten Onlinescanner an.

  5. Jürgen sagt:

    Tolles AV-Programm, der User muss erst im Internet recherchieren und dann einen Schlüssel in der Registry ändern... grins. Der Verstand ist die Beste Waffe, die Gefahr sitzt vor dem Bildschirm und hinter der Tastatur. Schade ist eigentlich, dass Mircosoft wegen ihrer vorherschenden Marktstellung sogar bei den Updates (MSE) beschnitten wird. Der Browser hat ja nicht gereicht.

    • Andreas sagt:

      Wenn ich Messungen sehen würde, die belegen, wie groß der Unterschied zwischen täglichen und stündlichen Updates bei realen Benutzern mit natürlichem Nutzungsverhalten ist, würde ich das dem Tool vorwerfen. So aber ist es ein Tipp für "Power-User", die "besonders sicher gehen wollen".

      Sicherer ist, sein Surf- und Benutzerverhalten zu ändern - da stimmst Du mir gewiß zu ;-)

  6. Checkoff sagt:

    Wenn Virenprogramme so verkauft werden, als ob sie 100% Schutz bieten würden, ist es doch klar dass normale User alles anklicken. Und am Ende wundern sie sich...
    Wenn man sein Hirn einschaltet und nicht jeden scheiss anklickt, ist man schonmal vor 90% der Viren sicher. Außer auf ein Paar Drive-By Fallen könnte man schon mal stoßen.

    Und wenn man nicht als Admin unterwegs ist(könnte MS ja mal Standardmäßig so einstellen), gings auch nicht so einfach!

    Avira ist auf jedenfall scheisse, bin zu tiefst enttäuscht. Habe es lange benutzt, aber sie machen seit jahren keinen fortschritt mehr. Spätestens nach der AskToolbar war schluss bei mir.

    Im Free Sektor: Avast!